O.D. hat geschrieben:Entschuldige bitte, aber ich denke, dass Du hier einen kleinen Denkfehler machst. Meine Einstellung dazu, was die richtige Antwort ist hat keinen kausalen Effekt auf die Einstellung "des Anderen".
Exakt, deswegen rede ich ja von einer
offensichtlich richtigen Entscheidung, die sich unabhängig von Deiner Entscheidung dem Mitspieler aufdrängt.
O.D. hat geschrieben:aber in jedem Fall faellt mein eigener Gewinn hoeher aus, wenn ich egoistisch spiele bzw. ihn betruege.
Genau das ist die offensichtliche Entscheidung von der ich rede. Wenn Du der Ansicht bist, dass es unabhängig von der Entscheidung des Gegners immer richtig ist zu betrügen, dann musst Du damit rechnen, dass der "Gegner" da auch drauf kommt. Und dann verliert ihr beide (besonders krass in meinem Beispiel).
In meinem Beispiel ist es allerdings so, dass Du mit A (Kooperation) besser fährst als mit B, selbst wenn Du zehnmal spielst und in neun von zehn Spielern dein "Gegner" hintergeht (B wählt). Nämlich mit 499 (Kooperation) vs. 51 Punkten (Verrat).
Der wesentliche Unterschied zum Gefangenendilemma ist die Anordnung der Gewinne (bzw. dort der Verluste). Sowohl beim Gefangenendillemma als auch bei diesem Spiel gibt B/A (unter eigener Wahl B) das beste Resultat, dann kommt bei beiden Spielen A/A.
Während beim Gefangenendilemma jedoch stets A/B (unter eigener Wahl B) das für einen selbst schlimmste Ergebnis liefert, wenn man also vertraut während der andere verrät, ist in diesem Spiel häufig B/B noch schlimmer. Das heißt, dass man für jedes Spiel abwägen muss, ob sich Kooperation anbietet.
O.D. hat geschrieben:Aber es kann natuerlich sein, dass es in Wirklichkeit nur darum geht, Milgram-maessig herauszufinden ob und in welchem Mass, der Proband ein Arschloch ist. Diese Theorie wird durch ein par der vorgehenden Fragen gestuetzt.
Ja, das denke ich auch. Es wird weniger darum gehen, wie man am erfolgreichsten spielt, als vielmehr welches Menschenbild man damit (anscheinend) offenbart. Also gewissermaßen
Hobbes vs.
Morus.