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oxygen hat geschrieben:Marc, ich respektiere deine Meinung. Zumindest du musst ja Debian verteidigen, wer täte es sonst?
Wer Debian-Listen liest (oder mich an den entsprechenden Stellen im IRC sieht), merkt schnell, dass ich derzeit deutlich mehr Zeit darauf verwende, über Debian rumzumeckern als es zu loben

oxygen hat geschrieben:Ein Teil der Ideen die hinter Debian stecken sind gut (der OpenSource Fundamentalismus z.B. eher nicht), aber das kann man beim Sozialismus auch behaupten.
Es gab mal eine Abwandlung von Godwin's Law, die den Sozialismus-Vergleich erschlagen hat, aber den Namen habe ich leider vergessen.
Debian profitiert massiv davon, dass wir eben nicht einem Geschäftsmodell dienen müssen. Dadurch können wir uns leisten, ein Release auch mal um 6 Monate zu verschieben, während Firmen wie Canonical gezwungen sind, ihr halbfertiges Ubuntu (und ich *kenne* die Ubuntu Release Manager gut, die haben ihre ganz eigene Meinung über ihr tolles Produkt) auf den Markt zu werfen.
oxygen hat geschrieben:Dazu kommt natürlich die Sicherheitsprobleme um OpenSSL vor nicht all zu langer zeit.
Das werden wir auch nicht mehr los. Der Hintergrund, dass da nicht nur Debian, sondern auch alle anderen Beteiligten (der Patch war immerhin auf den openssl-devel-Liste veröffentlicht worden, als er genutzt wurde) gepennt haben, wird da gerne vergessen. Das ist (leider) kein Debian-spezifisches Problem, sondern nur eins, das Debian erwischt hat. Alle die da rumkrähen vergessen, dass Debian weder die dümmeren Entwickler noch die größeren Patches als andere Distributionen hat. Ich halte es für sehr gefährlich sich einzureden, dass das anderswo nicht passieren kann.
oxygen hat geschrieben:Und unzällige Kleinigkeiten wie z.B. das Problem von DominikP.
mirko berichtet von Problemen mit Susi, Alexander Urban von Problemen mit Ubuntu, ich kann dir einigen Spaß von Fedora und Red Hat erzählen - alle diese Distributionen sind nicht perfekt. Ich behaupte nicht, dass ich da wirklich objektiv bin, aber ich kann sagen, dass man sich an Debian problemlos so gewöhnen kann, dass alle anderen Distributionen wie unfassbarer Mist wirken. Das geht sicher auch anderswo, aber darüber kann nicht sprechen

oxygen hat geschrieben:Ich würde sogar soweit gehen, dass Debian mittlerweile das ansehen von Linux beschädigt. Mal von der OpenSSL abgesehen, wie oft hört man ich wollte mal Linux ausprobieren und mir wurde Debian empfohlen, da funktionierte a,b,c aber nicht, dann hab ichs gelassen....
Weißt du, ich arbeite immer wieder an Projekten, die tatsächlich wirtschaftlich wichtig sind. Gerade in Deutschland wird da gerne zu SLES gegriffen, weil das ist ja zertifiziert und doll und sowieso. Und da tut im Allgemeinen nur die Hälfte, insbesondere die zertifizierten Teile machen da Probleme [SLES-Kernel + Server von Fujitsu-Siemens == Fun]. Wenn man sowas regelmäßig dem Kunden vermitteln muss, hat man andere Ansichten, was dem Ruf freier Software schädigt.
Debian stellt nicht den Anspruch, perfekt zu sein - das können wir auch nicht, denn kein Entwickler ist gezwungen, die schreckliche Arbeit zu machen, die nötig ist, um Kleinigkeiten auszubügeln. Aber Debian nähert sich als Freiwilligenprojekt der Perfektion erstaunlich gut an.
Marc