[BuS] Nochmal UNIX/Linux; diesmal Distribution

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Nochmal UNIX/Linux; diesmal Distribution

Beitragvon DominikP » 23.10.08 21:48

Es gibt zwar schon einen UNIX Thread, aber mir geht es nicht um eine schnelle Lösung, sondern auch um etwas dauerhaftes.

Kurz: ich suche die richtige Linux Distribution für mich (=Lenovo X300 Notebook).

Mit Debian bin ich schon gescheitert. Klappt zwar bis auf eine Sache, aber die ist schwerwiegend. WLAN und jeglicher anderer Kram geht, nur kann ich keine Auflösung höher als 1024x768 einstellen, sonst wird das Bild übelst verzerrt und außer ein paar Streifen ist nichts mehr zu erkennen.

Ich glaube zwar nicht, dass eine andere Distribution mein Problem so einfach lösen wird (*), aber alles nochmal neu machen möchte ich sowieso.
Debian hat mir nicht besonders gefallen. Jetzt möchte ich was anderes probieren. Habt ihr Tipps für mich? Was ist eure Lieblings Distribution? Wo liegen überhaupt Vor- und Nachteile?


(*) google hat zwar schon ein paar Lösungsansätze ausgespuckt, aber da werd ich momentan nicht ganz schlau draus. Ich bin also für jegliche Hinweise dankbar!
Klein-\varphi macht auch Mist....
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Beitragvon pulsar » 23.10.08 21:54

Ubuntu. Was hat dir an Debian nicht gefallen?
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Beitragvon oxygen » 23.10.08 22:01

Debian ist schon lange für mich gestorben. Es hat sowohl technische als auch konzeptuelle Schwächen und hält den Vergleich mit anderen Distributionen in jeder Hinsicht nicht stand. Ubuntu hat ein paar Verbesserungen gegenüber Debian leidet aber stark an der gemeinsamen Basis, außerdem sind die Kernel unter aller Sau.

Ich persönliche benutzte seit langem Gentoo und bin damit sehr zufrieden. Klar ist es nicht perfekt, aber für mich passt es wie angegossen. Für Anfänger aber nur bedingt geeignet.

Anfänger würde ich im Moment Fendora empfehlen. Eine Alternative wäre auch openSuSE bzw. SuSE Enterprise, dass es wenn ich mich recht erinnere für Studenten in NRW kostenlos gibt. Beide Distributionen bieten ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Stabiltät und Aktualität. SuSE Enterprise sicher etwas mehr mit hang zur Stabilität. Eine ordentliche Basis zum arbeiten. Fendora dagegen etwas verspielter.
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Beitragvon DominikP » 23.10.08 22:09

Im Moment tendiere ich zu openSuse, das macht einen ausgereiften Eindruck auf mich.
Damit bin ich aber gleich bei der nächsten Frage:
Gnome oder KDE ?

Kann mir jemand die Unterschiede erklären? Wäre super nett.
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Beitragvon HE » 23.10.08 22:21

Naja, vielleicht kann ich auch meinen Senf dazugeben. Ich glaube fest daran, dass Debian und Derivate (also z.B. Ubuntu) konzeptionell Distributionen wie Gentoo und Fedora massiv überlegen ist. Das fängt allein schon damit an, dass Debian nicht auf rpm (oder noch schlimmer, ebuilds) setzt und im Gegensatz zu anderen Distributionen schon seit einem Jahrzehnt eine strikte technische Policy einsetzt, an die die Pakete sich auch tatsächlich halten. Dafür ist man immer wieder dankbar, insbesondere wenn man eben abseits der Standard-Software suchen muss.

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Beitragvon Coolcat » 23.10.08 22:48

Meine Desktop-Rechner und mein Laptop laufen mit Fedora 9. Auf den beiden Jabber-Servern setze ich CentOS 5 ein, was so eine Art "Open Red Hat Enterprise Linux" ist und auf Fedora Repositories zugreift. Quasi ein Fedora bei dem mehr Wert auf Stabilität gelegt wird. Mein Bruder setzt das auf einem seiner Rechner auch als Desktop-System ein.

Damit bin ich aber gleich bei der nächsten Frage:
Gnome oder KDE ?

Du willst gleich zwei Glaubenskriege in einem Thread? ;)

Also Gnome ist etwas schlanker und schlichter, kann aber auch weniger. KDE kann mehr ist aber langsamer. Es gibt sowohl von Gnome als auch KDE neue Versionen wo einiges komplett umgebaut wurde. Soweit ich weiß sind beide noch nicht ausgereift. Ich war lange Zeit KDE-User, mit Fedora 9 bin ich dann auf Gnome umgestiegen, weil das mit KDE 4.0 eine Katastrophe war. Die Fedora Entwickler hatten sich für KDE 4 entschieden, weil KDE 3 auf Qt 3.3 basierte, für das es bereits seit einem Jahr (?) keine Sicherheitsupdates mehr gab. Gleichzeitig haben die auch auf das neue Gnome umgestellt, was auch noch nicht fertig war, aber fertiger als KDE...

Wenn Fedora 10 erscheint werde ich mir wieder beide Umgebungen anschauen. Release ist geplant für den 25.11.08. Gerade als Anfänger sollte man aber nach dem Release noch zwei Wochen warten bis die Kinderkrankheiten beseitigt sind.

Letztlich braucht man sowieso Gnome und KDE, weil viele Programme auf Gnome basieren und andere nützliche Programme auf KDE. Ist aber kein Problem, nur das Programme der jeweils anderen Desktopumgebung etwas länger laden müssen, weil die entsprechenden Bibliotheken noch nicht im Speicher sind.

Ich empfehle dir jeweils die LiveCD für beide Versionen auszuprobieren, ein wenig mit der Umgebung rum zu spielen und das zu nehmen was besser gefällt.

( Vielleicht sollte man diesen Thread mal nach Offtopic verschieben, weil mit Vorlesungen hat das hier nichts zu tun...)
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Beitragvon mgla » 23.10.08 23:18

Noch viel viel wichtiger:
vi oder emacs.

Natürlich nur rein rhetorisch, ist ja eindeutig das jeder vernünftige Mensch vi bevorzugt. *troll*

Also ich muss sagen, ich hab mit Linux bei Gentoo angefangen. Nachdem ich das von Stage1 installiert bekommen habe im zweiten Versuch, wusste ich eigentlich alles wesentliche -- würde die Methode aber nicht weiterempfehlen.

Vllt möchtest du bei den CIP-Pool-Rechnern anfangen (Shell benutzen!) und dich dann an deine Distribution rantasten, z.B. über Ubuntu.
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Beitragvon Coolcat » 23.10.08 23:27

Noch viel viel wichtiger:
vi oder emacs.

Also ich bin bisher ohne ausgekommen. In der Konsole editiert man ja eh meist nur Kleinigkeiten dafür reicht nano völlig. Da kann man wenigstens speichern und beenden ohne vorher das Handbuch zu lesen. ;)
Wenn nano nicht mehr reicht sollte man einfach was mit GUI nehmen, sprich KWrite oder GEdit. Ich weiß vi kann viel, aber wichtig ist das Ding nicht.
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Beitragvon Christopher.Schleiden » 24.10.08 00:19

Coolcat hat geschrieben:
Noch viel viel wichtiger:
vi oder emacs.

Also ich bin bisher ohne ausgekommen. In der Konsole editiert man ja eh meist nur Kleinigkeiten dafür reicht nano völlig. Da kann man wenigstens speichern und beenden ohne vorher das Handbuch zu lesen. ;)
Wenn nano nicht mehr reicht sollte man einfach was mit GUI nehmen, sprich KWrite oder GEdit. Ich weiß vi kann viel, aber wichtig ist das Ding nicht.


vi hat vorallem kein C-x M-c M-butterfly ...
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Beitragvon Hexa » 24.10.08 00:33

mgla hat geschrieben:Natürlich nur rein rhetorisch, ist ja eindeutig das jeder vernünftige Mensch vi bevorzugt. *troll*


Bestätige. Für Faule auch gvim.

DominikP hat geschrieben:nur kann ich keine Auflösung höher als 1024x768 einstellen, sonst wird das Bild übelst verzerrt und außer ein paar Streifen ist nichts mehr zu erkennen.


Was für eine GraKa haste? Gib nicht so schnell auf, das bekommste auch mit Debian hingebogen. Außerdem läuft Debian auch auf den Rechnern in der Informatik.


Mein Beitrag zum Flamewar: Debian, Gnome, vi
[Done]
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Beitragvon O.D. » 24.10.08 04:31

Christopher.Schleiden hat geschrieben:vi hat vorallem kein C-x M-c M-butterfly ...
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Beitragvon oxygen » 24.10.08 08:05

HE hat geschrieben:Naja, vielleicht kann ich auch meinen Senf dazugeben. Ich glaube fest daran, dass Debian und Derivate (also z.B. Ubuntu) konzeptionell Distributionen wie Gentoo und Fedora massiv überlegen ist. Das fängt allein schon damit an, dass Debian nicht auf rpm (oder noch schlimmer, ebuilds) setzt und im Gegensatz zu anderen Distributionen schon seit einem Jahrzehnt eine strikte technische Policy einsetzt, an die die Pakete sich auch tatsächlich halten. Dafür ist man immer wieder dankbar, insbesondere wenn man eben abseits der Standard-Software suchen muss.

Marc

Marc, ich respektiere deine Meinung. Zumindest du musst ja Debian verteidigen, wer täte es sonst? Allerdings muss ich dir wiedersprechen. Ein Teil der Ideen die hinter Debian stecken sind gut (der OpenSource Fundamentalismus z.B. eher nicht), aber das kann man beim Sozialismus auch behaupten. Das letzte Jahrzehnt hat mir durch die vielen hausgemachten Probleme gezeigt, dass es eben nicht funktioniert. Das ärgerlichste für mich persönlich war immer "AddDefaultCharset" in der Standard Apache Konfiguration, dass sich trotz hunderte Bugreports langezeit gehalten hat. Sicherlich 50 mal musste ich deswegen eine Debian installation "reparieren". Dazu kommt natürlich die Sicherheitsprobleme um OpenSSL vor nicht all zu langer zeit. Und unzällige Kleinigkeiten wie z.B. das Problem von DominikP.
Ich würde sogar soweit gehen, dass Debian mittlerweile das ansehen von Linux beschädigt. Mal von der OpenSSL abgesehen, wie oft hört man ich wollte mal Linux ausprobieren und mir wurde Debian empfohlen, da funktionierte a,b,c aber nicht, dann hab ichs gelassen....
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Beitragvon mirko » 24.10.08 08:39

zum thema:

also ich habe mit ubuntu eigentlich durchweg positive erfahrungen gemacht.

hatte auch mal opensuse auf dem laptop aber da eckte ich an allen möglichen stellen an (insbesondere die hardwareunterstützung war ne ziemliche frickelei).

dann hab ich ubuntu installiert und die meiste hardware lief out-of-the-box. für alles weitere hat ubuntu auf jeden fall ne sehr tolle community (das hab mit suse nicht ausprobiert, muss ich sagen), wo man auch blöde fragen stellen darf und nette antworten bekommt. so hab ich bisher noch alles ans laufen bekommen, was mir wichtig war...

zum flame war:
ubuntu, gnome, vi

@coolcat: auf der konsole nur kleinigkeiten editieren? du hast doch keine ahnung :twisted:
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Beitragvon zorgblaubaer » 24.10.08 09:07

+1 für ubuntu

ich zumindest bin mit der distro schon seit langem zufrieden. vor allem bietet sie auch einen anfängerfreundlichen start in linux (synaptics packet manager, etc.)!
[url=http://www.facebook.com/epiaband]indie/screamo aus ac[/url]
[url=http://www.facebook.com/OCmusic]melodic hardcore aus neuss[/url]
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Beitragvon Alexander Urban » 24.10.08 09:26

Ubuntu läuft out-of-the-box... sogar mein Scanner. Drucker installieren ging fast so leicht wie bei Windows.
Außer du brauchst WPA (viel Spaß beim Installieren/Konfigurieren von wpa_supplicant - geht nur mit viel Lesen und Basteln) und diversen Laptopkram (versuch mal bei Ubuntu deinen Pentium-M auf 800 MHz @ 0,7V festzutackern... ich habs jetzt, muss aber nach jedem Kernelupdate zuerst mal die /lib/modules/<kernelname>/kernel/arch/x86/kernel/cpu/cpufreq/speedstep-centrino.ko
löschen, damit das Ubuntu-Default mir nicht meine Konfiguration torpediert.)
Nicht der Staat gewährt den Bürgern Freiheit, sondern die Bürger dem Staat Einschränkungen ihrer Rechte.

Kontrollierende und inhaltlich wertende Eingriffe in eine technologisch neutrale Infrastruktur sind eine Gefahr für den freiheitlichen Rechtsstaat.
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