LHC@home

Alles, was sonst nirgendwo reinpasst

LHC@home

Beitragvon Coolcat » 04.10.08 16:21

Im Stil von SETI@Home gibt es nun auch einen kleinen Large Hadron Collider für zuhause: LHC@home

Im LHC fallen gigantische Datenmengen an. Zum Teil benötigten diese viel Rechenleistung, jedoch nur wenig Input/Output. Solche Aufgaben lassen sich auch von normalen, über das Internet vernetzten Computern bewältigen. Das ganze läuft, wie auch SETI@home, über den BOINC Client der Berkeley Universität. Den Client gibt es für Windows und Linux.

Wer also noch eine alte CPU hat sollte überlegen, ob es nicht Sinn macht diesen Dienst im Hintergrund laufen zu lassen. Beispielsweise ist mein alter AMD Sempron nicht in der Lage die Taktfrequenz zu reduzieren. Er benötigt also fast gleich viel Strom, egal ob er ausgelastet wird oder nicht. Natürlich macht es z.B. keinen Sinn den Rechner extra nur dafür über Nacht laufen zu lassen.

Allerdings gibt es vom LHC derzeit natürlich noch keine Daten:
Despite this setback, LHC@home will keep chugging along regardless, to help ensure the machine runs as smoothly as possible once the repairs are done, and to start doing research for future upgrades of the machine, planned in a few years' time. So your contribution is still very much valued!

Man sollte sich also noch weitere Projekte suchen die man unterstützen möchte.
My software never has bugs. It just develops random features.
Benutzeravatar
Coolcat
Promoter
 
Beiträge: 2574
Registriert: 28.11.05 21:26
Wohnort: Kohlscheid / Düsseldorf
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: fertig
Anwendungsfach: BWL

Re: LHC@home

Beitragvon mirko » 04.10.08 16:38

Coolcat hat geschrieben:Er benötigt also fast gleich viel Strom, egal ob er ausgelastet wird oder nicht.


bist du da sicher? warum wird der prozessor denn dann so viel heißer, wenn er ausgelastet ist?
mirko
 
Beiträge: 1032
Registriert: 22.10.06 18:33
Studiert seit: WS 12/13

Beitragvon Coolcat » 04.10.08 16:49

bist du da sicher?

Ja. Ich rede von meiner CPU, nicht von CPUs allgemein. Wie gesagt, das Ding ist alt.

Übrigens können auch einige neuere MultiCores ihrere Kerne nicht unabhängig runtertakten. Wenn also ein Kern mit 100% läuft, laufen alle mit 100%.
My software never has bugs. It just develops random features.
Benutzeravatar
Coolcat
Promoter
 
Beiträge: 2574
Registriert: 28.11.05 21:26
Wohnort: Kohlscheid / Düsseldorf
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: fertig
Anwendungsfach: BWL

Beitragvon mirko » 04.10.08 17:12

Coolcat hat geschrieben:
bist du da sicher?

Ja. Ich rede von meiner CPU, nicht von CPUs allgemein. Wie gesagt, das Ding ist alt.


ich rede auch von alten cpus - hm...

Coolcat hat geschrieben:Übrigens können auch einige neuere MultiCores ihrere Kerne nicht unabhängig runtertakten. Wenn also ein Kern mit 100% läuft, laufen alle mit 100%.


genau genommen, habe ich noch nie eine cpu gesehen, die die kerne getrennt takten konnte - jedenfalls nicht mit cpufreqd...

aber wie gesagt, es macht einen unterschied bei der temperatur, ob sie auf x mhz im leerlauf, oder x mhz unter volllast laufen...
mirko
 
Beiträge: 1032
Registriert: 22.10.06 18:33
Studiert seit: WS 12/13

Beitragvon oxygen » 04.10.08 17:13

Lasst euch aber ruhig Zeit. der LHC ist bis Anfang nächsten Jahres wegen Reparaturarbeiten ausser Betrieb.
oxygen
 
Beiträge: 1054
Registriert: 16.12.05 23:05
Wohnort: Bergheim
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: fertig
Anwendungsfach: Medizin

Beitragvon Coolcat » 04.10.08 17:45

genau genommen, habe ich noch nie eine cpu gesehen, die die kerne getrennt takten konnte

Also ich finde jetzt auf die schnelle auch nur das hier, kA ob das zuverlässige Quellen sind.
http://www.forumdeluxx.de/forum/showthread.php?t=276052
Alle Versionen werden ihre Kerne getrennt voneinander takten können.

und hier:
http://www.3dcenter.org/news/2007-10-31
Wie Hard Tecs 4U berichten, arbeitet AMD unter dem Namen "AMD OverDrive" an der Möglichkeit, die Kerne eines MultiCore-Prozessors auch vollkommen verschieden voneinander übertakten zu können. Dabei sollen sich die Multiplikatoren für einzelne Kerne getrennt einstellen bzw. Kerne auch komplett deaktivieren lassen. Damit lassen sich unter Umständen auch interessante Dinge bewerkstelligen: Wenn man davon ausgeht, daß die allermeiste Software nur einen Prozessorkern wirklich vollständig auslasten kann und der zweite meist nur die Windows-Hintergrunddienste bedient, so könnte man bei einem DualCore-Modell die beiden Kerne stark asymetrisch beispielsweise mit 3 und 1 GHz takten. Hierbei kann zum einen Strom gespart werden, zum anderen ergibt sich aber auch die Chance, daß bei der Übertaktung von nur einem Kern eines MultiCore-Modells eine höhere Taktrate für diesen einen Kern erzielbar ist.
My software never has bugs. It just develops random features.
Benutzeravatar
Coolcat
Promoter
 
Beiträge: 2574
Registriert: 28.11.05 21:26
Wohnort: Kohlscheid / Düsseldorf
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: fertig
Anwendungsfach: BWL

Beitragvon mirko » 04.10.08 18:29

Coolcat hat geschrieben:
Wie Hard Tecs 4U berichten, arbeitet AMD unter dem Namen "AMD OverDrive" an der Möglichkeit, die Kerne eines MultiCore-Prozessors auch vollkommen verschieden voneinander übertakten zu können. Dabei sollen sich die Multiplikatoren für einzelne Kerne getrennt einstellen bzw. Kerne auch komplett deaktivieren lassen. Damit lassen sich unter Umständen auch interessante Dinge bewerkstelligen: Wenn man davon ausgeht, daß die allermeiste Software nur einen Prozessorkern wirklich vollständig auslasten kann und der zweite meist nur die Windows-Hintergrunddienste bedient, so könnte man bei einem DualCore-Modell die beiden Kerne stark asymetrisch beispielsweise mit 3 und 1 GHz takten. Hierbei kann zum einen Strom gespart werden, zum anderen ergibt sich aber auch die Chance, daß bei der Übertaktung von nur einem Kern eines MultiCore-Modells eine höhere Taktrate für diesen einen Kern erzielbar ist.


wenn man die quellen zurückverfolgt, bleibt am ende das über:

http://www.expreview.com/news/hard/2007-10-31/1193813419d6698.html hat geschrieben:AMD is developing a software called "AMD overdrive". Just like nTune, it can adjust different system values. It's interesting that we find out the software can adjust multiple frequencies of different cores independently.


die _soft_ware "cpufreqd" kann das auch - wenn es die hardware kann oO

ich will nicht abstreiten, dass es mittlerweile auch cpus gibt, die das können, oder diese zumindest entwickelt werden.

das einzige, was ich zu dem thema wirklich weiß ist:
wenn ich mit cpufreqd core0 einer athlon64-cpu (und auf einer intel, ich glaub core2duo war's, hab ich's auch mal probiert) auf x mhz takte, und dann mit cpufreqd die frequenz von core1 auslese, ist diese auch x mhz. aber das kann natürlich bei den server-prozessoren anders aussehen...
mirko
 
Beiträge: 1032
Registriert: 22.10.06 18:33
Studiert seit: WS 12/13

Beitragvon Alexander Urban » 04.10.08 18:58

Coolcat hat geschrieben:
bist du da sicher?

Ja. Ich rede von meiner CPU, nicht von CPUs allgemein. Wie gesagt, das Ding ist alt.
Das bedeutet nix. Signifikante Unterschiede zwischen Load und Idle-Verbrauch des gesamten Rechners gibt es, seit CPUs signifikant Anteil am Stromverbrauch desselben haben (also ab dem Pentium 2).

Ich hab hier nen Verbrauchsmessgerät. Damit bemerke ich bei der ollen P3-Kiste (P3 hat 20W Verbrauch unter Last) 10W Unterschied zwischen Load und Idle (idle-Verbrauch 70, load-Verbrauch 80W); bei meinem X2 (@1,1V, ohne C'n'Q) sind es ~8W pro Kern (117/124/132W).

Volkswirtschaftlich/weltpolitisch gesehen mag es zwar vielleicht sinnvoll sein, für die paar wenigen Watt mehr den Client laufen zu lassen, wenn der Rechner eh läuft (wobei: was bringt das Ergebnis der Welt?) - das Individualinteresse des Computerbesitzers ist jedoch i.A. mehr auf eine niedrige Stromrechnung fixiert.
Nicht der Staat gewährt den Bürgern Freiheit, sondern die Bürger dem Staat Einschränkungen ihrer Rechte.

Kontrollierende und inhaltlich wertende Eingriffe in eine technologisch neutrale Infrastruktur sind eine Gefahr für den freiheitlichen Rechtsstaat.
Alexander Urban
 
Beiträge: 699
Registriert: 19.04.06 20:25
Wohnort: KaWo2
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: SS 07
Anwendungsfach: Medizin

Beitragvon mirko » 04.10.08 22:59

Alexander Urban hat geschrieben:weltpolitisch gesehen mag es zwar vielleicht sinnvoll sein,...


wenn du es weltpolitisch siehst, musst du aber auch die umweltpolitik mit einbeziehen... - und wenn 6 Mrd Menschen jeweils 10 W usw, da müssen viele kraftwerke für sterben... (oder wie war das noch?)
mirko
 
Beiträge: 1032
Registriert: 22.10.06 18:33
Studiert seit: WS 12/13

Beitragvon ibogi » 04.10.08 23:24

Man lebt in Kapitalismus, und gibt es vielleicht zwei Teillchen der Leute die auf etwas verzichten wuerden. Das einzelne was eine Wirkung hast ist der Preis - wenn wir alle genug Gled haetten, fuehren wir alle Autos und keinen Bus oder Zug. Das bleibt bei allem anderen das gleiche - wenn die Regierung etwas wirklich unternehmen moechte - mehr Steuer fuer umweltschaedliche Prozessoren oder Technologie ingesamt - und Problem weg (oder mindestens in Afrika/Osteruopa :))

Apropos Umweltschutz, mir ist diese grosse Sorge nicht ganz nachvollziehbar. Ich weiss dass die Massenmedien einen grossen Einfluss haben, aber was ich finde, ist das ist eine gute Ausrede fuer die Leute ihre Haende in unschuld zu waschen. Ein allein kann fast nix dagegen machen, und bleibt das ruhige Gewissen.
ibogi
 
Beiträge: 54
Registriert: 29.12.07 00:53

Beitragvon Alexander Urban » 05.10.08 10:33

mirko hat geschrieben:wenn du es weltpolitisch siehst, musst du aber auch die umweltpolitik mit einbeziehen... - und wenn 6 Mrd Menschen jeweils 10 W usw, da müssen viele kraftwerke für sterben... (oder wie war das noch?)

Die Frage war, was dieser Client überhaupt berechnet, was mir das Ergebnis bringt. Eventuell rechtfertigt das Ergebnis die 60 Gigawatt zusätzlicher Kraftwerksleistung weltweit (das ist ungefähr die Hälfte dessen, was in Deutschland eh schon vorhanden ist, die Inbetriebnahme kostet also "nur" ca. die $850bi. die Irak- und Afghanistankrieg bislang völlig sinnlos verschlungen haben), vielleicht rechtfertigt es aber nicht mal 10 Watt einer einzelnen CPU...
Nicht der Staat gewährt den Bürgern Freiheit, sondern die Bürger dem Staat Einschränkungen ihrer Rechte.

Kontrollierende und inhaltlich wertende Eingriffe in eine technologisch neutrale Infrastruktur sind eine Gefahr für den freiheitlichen Rechtsstaat.
Alexander Urban
 
Beiträge: 699
Registriert: 19.04.06 20:25
Wohnort: KaWo2
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: SS 07
Anwendungsfach: Medizin

Beitragvon mirko » 05.10.08 11:18

da kann man sicherlich endlos drüber diskutieren. wer meint er braucht es, soll es meinetwegen laufen lassen - wenn mich jemand von der notwendigkeit überzeugt, dass es auch auf meinem pc läuft, werde ich es auch laufen lassen :P

(sinnlose ausgaben mit anderen sinnlosen ausgaben zu rechtfertigen, finde ich allerdings gewagt :P - ganz abgesehen davon, dass kraftwerke nicht nur geld kosten...)
mirko
 
Beiträge: 1032
Registriert: 22.10.06 18:33
Studiert seit: WS 12/13

Beitragvon Coolcat » 05.10.08 11:34

Vielleicht sollte man Fahrräder bauen die man per USB an den Computer anschließen kann. Damit kann man dann die zusätzlichen 10W produzieren. Hat den sinnvollen Nebeneffekt das man dabei fit wird :P

BTW: Ich könnte meine CPU-Leistung auch weniger sinnvoll verbraten, z.B. mit Windows Vista, aber das ist eine andere Geschichte ;)

da kann man sicherlich endlos drüber diskutieren. wer meint er braucht es, soll es meinetwegen laufen lassen

Dem stimme ich zu, Diskussion beendet.
My software never has bugs. It just develops random features.
Benutzeravatar
Coolcat
Promoter
 
Beiträge: 2574
Registriert: 28.11.05 21:26
Wohnort: Kohlscheid / Düsseldorf
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: fertig
Anwendungsfach: BWL


Zurück zu Off-Topic