Programmierkenntnisse

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Programmierkenntnisse

Beitragvon Tim » 18.06.08 18:07

Hi Leutz,

also ich lese ja immer wieder bei hiwi stellen oder job angeboten, dass gute bis sehr gute Kenntnisse in Programmiersprach X vorhanden sein sollten.
Ich weiß, das kann man natürlich nicht genau festmachen, aber was soll man sich unter gut bis sehr gut, oder ich hab auch irgendwo profund gelesen, oder durschnittlich vorstellen.
Wie steht das in Relation, wenn man nur Programmierung an der Uni gehört, geschrieben und bestanden hat, mit Noten von 1-4?

greets Tim
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Re: Programmierkenntnisse

Beitragvon oxygen » 18.06.08 18:23

Tim hat geschrieben:Wie steht das in Relation, wenn man nur Programmierung an der Uni gehört, geschrieben und bestanden hat, mit Noten von 1-4?

Gar nicht.
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Beitragvon Tim » 18.06.08 18:57

jetzt's noch interessanter was "gut" heißt, wenn Progra anscheinend nicht ins gewicht fällt :)
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Beitragvon Coolcat » 18.06.08 19:34

Ich denke du hast gute Programmierkenntnisse, wenn du mal ein größeres Projekt durchgezogen hast. Also so von 10.000 Zeilen aufwärts, also in der Größenordnung wo gute Planung und Dokumentation lebenswichtig werden. Idealerweise hast du das dann auch noch in einem kleinen Team durchgezogen.

Hilfreich ist es sicher auch mehr als nur eine Sprache zu beherrschen. Wenn du 2-3 imperative/objektorientierte Sprachen beherrschst, kannst du dich leicht in ein paar Tagen in JEDE andere Sprache dieser Kategorie einarbeiten.
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Beitragvon heipei » 18.06.08 19:42

Die Größe ist nicht so wichtig finde ich. Wichtig ist dass du dich schon öfter mal hingesetzt hast und zumindest eine oder zwei Sprachen auch so kannst dass du nicht schon für die ersten 5 Zeilen im Handbuch nachgucken musst ;) Und ein bisschen Spass sollte es natürlich machen.
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Beitragvon oxygen » 18.06.08 20:00

Ich sehe das etwas anders als Coolcat. Ein umgesetztes "Projekt" in genau der Sprache ist wohl Vorrausetzung.
Insbesondere solltest du nicht denken, dass wenn C++ oder gar C gefordert ist, Java-Kentnisse reichen, auch wenn die Syntax ähnlich ist.
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Beitragvon pulsar » 18.06.08 20:01

Ich denke, im kommerziellen Umfeld bedeuten "gute Kenntnisse", dass du eine dir gestellte Aufgabe selbstständig realisieren kannst ohne viel Zeit darauf zu ver(sch)wenden, dich an Syntax-Eigenheiten zu erinnern, Doku zu Language Features zu lesen (Am Beispiel Java etwa: Iteratoren, Generics, die Palette verfügbarer Standard-Datentypen, etc.) oder Anfängerfehler zu debuggen.

Vermutlich werden zusätzlich auch noch "weiche" Anforderungen an den abgelieferten Code gestellt, z.B. wie gut er dokumentiert sein muss, ob du vernünftige Strukturen verwendet hast, an passenden Stellen übliche Design Patterns implementiert hast, anstatt das Rad neu zu erfinden, ob du eventuell Standardfunktionalität neu erfunden hast oder ob der Code insgesamt gut les- und verstehbar ist. (Bei einem C-Job könnte es allerdings eine Anforderung sein, dass letzteres nicht zutrifft. *g*)

Wenn du also nur das Wissen und die Praxis aus der Programmierungsvorlesung hast, solltest du besser nicht darüber nachdenken, als Programmierer Geld zu verdienen. Dazu gehört mehr, vor allem aber, wie auch von den anderen schon angemerkt, Praxis. Den meisten Kram lernt man halt dadurch, dass man es einfach mal macht. Beim ersten Mal ist es halt was holprig und man muss viel Doku lesen, aber irgendwann bekommt man Übung und schreibt den Kram einfach so runter.
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Beitragvon Tim » 19.06.08 13:04

Wenn du also nur das Wissen und die Praxis aus der Programmierungsvorlesung hast,


Genau das ist der Fall und meine Idee war nun, um dem entgegenzuwirken, dass ich irgendwie an der Uni was finden würde um mich weiterzuentwickeln. Also meine Absicht ist nicht, dass ich später als Programmierer tätig sein möchte, aber ich will einfach Programmieren können und nicht als weißnichwas darstehen wenns später mal drauf ankommen sollte. Allerdings werden ja schon gute Programmierkenntnisse bei den meisten Hiwi-Stellen gefordert, was das alles nicht unbedingt einfach macht.
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Beitragvon Miss*Sunflower » 19.06.08 13:14

Für sowas sind Praktika gut, aber so wie ich das mitbekommen habe gibt es die nicht für Bachelor, oder?
Ich hab jetzt 2 Praktika (Grund- und Hauptstudium) gemacht und kann nur sagen, dass man da viel lernt.
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Beitragvon Tim » 19.06.08 13:25

Ja ein Prak hab ich im Grundstudium auch gemacht, aber ich fand nicht, dass mich das deutlich weitergebracht hat, ich mein, man hat das ein oder andere noch dazu gelernt, aber das wars dann auch. Kommt allerdings auch stark auf das Praktikum an ;).
Hab schon von Leuten gehört, die tierisch geknechtet wurden(bzw. sich selbst geknechtet haben, weil man sonst nicht fertig wurde) und bei anderen wars easy going.
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Beitragvon pulsar » 19.06.08 14:41

Ich kann mich Miss*Sunflower nur anschließen. Was mich persönlich ein gutes Stück in Java weitergebracht hat, war das Software-Praktikum im Grundstudium ("Entwickle eine KI, die sich übers Netzwerk mit einem Gameserver verbindet und eine modifizierte Version von Reversi gewinnt") und die Übung in Designing Interactive Systems II ("Entwickle eine Referenzimplementation eines einfachen Window Systems*").

Zu solchen Projekten gehört natürlich immer auch ein entsprechender theoretischer Hintergrund. Wenn du dir aber an einer der beiden Aufgaben die Zähne ausbeißen willst, kann ich dir die Unterlagen dazu gerne an eine RWTH-Adresse weiterleiten.

Ansonsten such dir halt einfach ein (künstliches) Problem aus deinem persönlichen Umfeld aus, das du mit einer Software lösen möchtest und versuche, es zu programmieren. Lies dazu Doku deiner Programmiersprache/-umgebung und erkunde einfach mal die Möglichkeiten.

Hiwi-Jobs sind zum Lernen vermutlich ungeeignet, weil die schon so ausgeschrieben werden, dass der Arbeitgeber am Ende etwas davon hat und nicht (nur) du. :)


* Wenn man nicht weiß, was ein Window System ist, und vor allem, welche strukturellen Anforderungen da im Design stecken, klingt das leicht. Lasst euch gesagt sein: Das ist es nicht.
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Beitragvon heipei » 19.06.08 15:27

Es gibt auch HiWi-Jobs wo zwar Programmierkenntnisse gefordert/gewünscht sind aber es oft eigentlich egal ist. Viele der Programmieraufgaben sind der Art dass die Leute sie einfach nicht selber machen wollen (sprich: nervig) und deswegen Hiwis anheuern. Ob die jetzt noch ein paar Tage/Wochen brauchen um sich einzuarbeiten oder nicht spielt dann auch keine Rolle. Manche Dinge kann man auch vorher nur schwer erlernen, weil man entweder überhaupt nicht an solche spezialisierten Problemstellungen kommt wie sie einem begegnen oder einem die Umgebung fehlte seine Programme produktiv auf so einem Niveau/mit sovielen Daten/sovielen Benutzern/etc zu testen. Und auch mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten die oft an anderen Tagen im Büro sind als man selber kann man sich schlecht selber beibringen ;)
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Beitragvon Miss*Sunflower » 19.06.08 15:32

Tim hat geschrieben:Kommt allerdings auch stark auf das Praktikum an ;).
Hab schon von Leuten gehört, die tierisch geknechtet wurden(bzw. sich selbst geknechtet haben, weil man sonst nicht fertig wurde) und bei anderen wars easy going.


Dann gehörten wir zu den geknechteten ;) Naja, es gab noch härtere, aber unseres war schon an der Grenze zu einen richtig großen Projekt. (Netzwerkprogrammierung in Java oder so war der Titel und wir mussten nen Servent schreiben mit dem man über ein P2P-Netzwerk 3 Spiele spielen kann. Dazu kamen noch die einzelnen Spiele und die Möglichkeit ein Bankkonto zu besitzen auf das der Gewinn /bzw. von dem der Verlust gebucht wurde.) Da hab ich einiges gelernt und jetzt im 2. Praktikum kann ich erst schätzen und merken, was ich so alles gelernt habe.
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Beitragvon Eshmael » 19.06.08 16:54

pulsar hat geschrieben:
Ansonsten such dir halt einfach ein (künstliches) Problem aus deinem persönlichen Umfeld aus, das du mit einer Software lösen möchtest und versuche, es zu programmieren. Lies dazu Doku deiner Programmiersprache/-umgebung und erkunde einfach mal die Möglichkeiten.


Genau.
Java habe ich "gelernt" (soweit man bei meinem Level davon sprechen kann) indem ich "einfach" einen Charaktergenerator für DSA gebaut habe.
Wer die knapp 600Seiten Regeln zur Erschaffung kennt, die durch tausend Variabeln untereinander veränderlich und beeinflussbar sind, weiß das man danach einiges geklärt hat =)
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Beitragvon pulsar » 19.06.08 17:46

heipei hat geschrieben:Es gibt auch HiWi-Jobs wo zwar Programmierkenntnisse gefordert/gewünscht sind aber es oft eigentlich egal ist. [...] Ob die jetzt noch ein paar Tage/Wochen brauchen um sich einzuarbeiten oder nicht spielt dann auch keine Rolle. Manche Dinge kann man auch vorher nur schwer erlernen, weil man entweder überhaupt nicht an solche spezialisierten Problemstellungen kommt wie sie einem begegnen [...]


Klar, dass man sich in neue Problemstellungen einarbeiten muss. Aber ich glaube, es ist ein Unterschied, ob man sich "nur" in Framework X oder Bibliothek Y einarbeitet oder ob man die verwendete Sprache mehr oder weniger von Grund auf lernen muss.

Nichtsdestotrotz mag es natürlich Lehrstühle geben, denen sowas egal ist. Aber ob das die Regel ist? Ich bezweifle es.
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