Bildungsstreik - hat Aachen gepennt?

Allgemeines rund um's Informatikstudium an der RWTH Aachen
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Bildungsstreik - hat Aachen gepennt?

Beitragvon DominikP » 10.06.09 21:26

Ich bin eben durch 2 Freunde, die in anderen Städten studieren, darauf aufmerksam gemacht worden, dass sie nächste Woche streiken.

Ich bin im Nachhinein darauf gestoßen, was sie damit meinten. Viele Unis (zum Beispiel Bochum und Wuppertal) nehmen am bundesweiten Bildungstreik teil.

Hier in Aachen nimmt nicht nur keiner teil, ich habe noch nichtmal davon gehört. Was hat es also mit dem Streik auf sich?
Und warum hört man hier nichts davon?
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Re: Bildungsstreik - hat Aachen gepennt?

Beitragvon oxygen » 10.06.09 21:30

DominikP hat geschrieben:Und warum hört man hier nichts davon?

Der offensichtlichste Grund wäre wohl, dass es hier keinen Grund gibt zu streiken. Ich sehe zumindest keinen, ich bin zufrieden.
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Beitragvon DominikP » 10.06.09 21:42

Ja, dieses Semester bin ich auch ganz zufrieden.
In Aachen genießen wir tatsächlich eine Art Luxus als Uni mit den meisten Drittmitteln Deutschlands.


Was aber nicht heisst, dass
1. man nicht trotzdem gewissen Dinge verbessern könnte
2. man auch politische Meinungen bekräftigen kann, die einen nur indirekt betreffen (ja, die deutsche Bildungspolitik, nicht nur an Unis sondern auch in Schulen, geht uns alle an)
3. man nicht solidarisch gegenüber den wirklich Betroffenen sein kann


Und obendrein geht es um mehr als die finanzielle Lage an Unis. Es geht auch um Prinzipien wie kostenfreie Bildung, gleiche Zulassungschancen für alle und mehr.
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Beitragvon Martin » 10.06.09 21:58

Über die Hintergründe gab es in der Kármán einen Artikel: http://www.karman-aachen.de/index.php?id=740
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Beitragvon DominikP » 10.06.09 22:30

Der Artikel war sehr informativ.
Das rückt den Bildungsstreik gleich in ein ganz anderes Licht.

Wahrscheinlich ist die Aktion nicht differenziert genug, um wirklich was bewegen zu können. Da scheint es auch um einige "Stammtischparolen" zu gehen.
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Beitragvon biza » 11.06.09 10:29

der Vorschlag einen Banküberfall zu inszenieren ist aber auch nun mehr als nur skurril. o_O
huch, war ich das?
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Beitragvon heipei » 11.06.09 12:34

Vom ganz offensichtlich stark politisch beeinflussten Hintergrund dieser Aktion mal abgesehen (da kann sich jeder seinen Teil zu denken), finde ich schon den zweiten Absatz bezeichnend:
Auf der letzen Vollversammlung der Fachschaft Philosophie, auch unter der Bezeichnung 7/1 bekannt, machten die Studierenden den Eröffnungszug.

Warum geht sowas immer von solchen Soft-Fachschaften aus? Warum heisst es nie "Streik/Protest von Studierenden der Ingenieursstudiengänge" (oder Informatik/Mathematik/Naturwissenschaften)? Wahrscheinlich lehne ich mich damit sehr weit aus dem Fenster, aber hat es vielleicht damit zu tun dass diese Studenten besseres zu tun haben als zu streiken, und das noch um die politische Agenda verschiedener Hochschulgruppen weiterzubringen?

Das letzte Mal dass ich in DDorf war saßen da Studenten auf der Straße die stilisiert haben dass sie betteln müssten für die Bildung. Ich hab sie angequatscht warum sie keinen Neben/HiWi-Job machen, da wäre ihre Zeit besser verwendet und sie würden noch Geld dafür kriegen. Dann kam natürlich die Antwort dass sie keine Jobs finden, aber das ist doch das beste Zeichen dass man vielleicht nicht im besten Studiengang ist, wenn man schon als unterbezahlter Student keinen Job findet. Interesse hin oder her, wenn man Brötchen auf dem Tisch haben will muss man halt auch Kompromisse machen.

Ich seh schon, das könnte wieder eine lange Diskussion werden. Bin auf eure Meinung gespannt ;)
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Beitragvon cracki » 11.06.09 13:54

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Beitragvon Miss*Sunflower » 11.06.09 15:56

heipei hat geschrieben:Warum geht sowas immer von solchen Soft-Fachschaften aus? Warum heisst es nie "Streik/Protest von Studierenden der Ingenieursstudiengänge" (oder Informatik/Mathematik/Naturwissenschaften)?


weil die lehre in solchen fachbereichen (auch hier in aachen) immer noch schlecht ist. nat.wissenschaftler od. ingenieure haben eine bessere lehre.
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Beitragvon bombtrack » 11.06.09 18:28

In Aachen wird es eine Demo/Streik geben. Dieser wird Mittwoch um 9 Uhr am Elisenbrunnen losgehen.

Es hat sich in Aachen ein unabhängiges, NICHT parteigebundenes Komitee gegründet, dass diese Demo organisiert. Teilnehmer sind u.a. die FH Aachen, die KatHO Aachen und viele Schulen aus Aachen und dem Kreis Aachen.


Einen "Banküberfall" wird es in Aachen auch nicht geben. Dadurch sollte übrigens darauf hingewiesen werden wie schnell Kreditinstitute Steuergelder in Milliardenhöhe bekommen und Bildungseinrichtung seit Jahren immer weniger (es gibt ja auch Unis, die nicht zur Elite gehören ;) ).


Ich hoffe ich konnte damit einige Fragen beantworten.
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Beitragvon Miss*Sunflower » 16.06.09 19:33

ich hab mir mal einen flyer vom boden geschnappt und gelesen. das sind doch keine argumente. ich find die aussagen lächerlich:
- "keinen bock auf studiengebühren?" - klar, aber a) kann jeder deutscher student einen kredit bei der nrw.bank bekommen und den zurück zu zahlen ist nach dem studium definitiv kein problem (auch als germanist o.ä. sollten die 3-6k nicht so problematisch sein) und b) (was viel wichtiger ist) hat sich die lehre davon wirklich verbessert. ok, trifft vieleicht nicht auf den fachbereich 7/1 zu, aber die naturwissernschaftler und die ingenieure haben definitiv verbesserungen davon getragen.

- "willst du dein studium selber planen?" - ich mache nichts anderes seit 4 jahren!

-"genervt von schulischen verhältnissen?" - nö, die kenn ich nicht!

- etc.

tut mir leid, aber ich halte die aktion in aachen eher für unpassend...naja, vielleicht wird der elisenbrunnen morgen mit schülern und geisteswissenschaftlern voll sein. man wird es in der presse lesen.
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Beitragvon tavaril » 16.06.09 19:59

Miss*Sunflower hat geschrieben:
- "willst du dein studium selber planen?" - ich mache nichts anderes seit 4 jahren!

-"genervt von schulischen verhältnissen?" - nö, die kenn ich nicht!



So weit ich weiß, bezieht sich das auf Bachelor/Master und du bist, wenn ich das richtig sehe, Diplomer.

Ich kann nur sagen, dass ich schon ein paar von den Freiräumen, die die Diplomer hatten, auch gerne hätte. Ganz davon abgesehen, dass im Moment noch versucht wird, den Bachelor als Standartabschluss durchzusetzen, was ja wohl ganz die falsche Richtung ist.
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Beitragvon Miss*Sunflower » 16.06.09 21:31

tavaril hat geschrieben:
Miss*Sunflower hat geschrieben:
- "willst du dein studium selber planen?" - ich mache nichts anderes seit 4 jahren!

-"genervt von schulischen verhältnissen?" - nö, die kenn ich nicht!



So weit ich weiß, bezieht sich das auf Bachelor/Master und du bist, wenn ich das richtig sehe, Diplomer.


richtig, aber dennoch hat sich die art nichts verändert. auch für unsere bachelors sehe ich keine schulischen verhältnisse. selber planen müssen sie auch (abgesehen von starthilfe ersti-tutorum). was sich verändert hat sind die übungen , der "druck" der bpo die prüfungen schneller fertig zu machen, dass die vl auf v3 umgestellt wurden und das ihr - im gegensatz zum vordiplom- noch einige veranstaltungen mehr hören müsst um euer soll zu erfüllen. dennoch habt ihr wahlmöglichkeiten und müsst euch selbstorganisieren, da ihr sonst untergeht.


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Beitragvon TheStranger » 16.06.09 21:44

Man kann in diesem Fall eigentlich beiden ein wenig recht geben. Klar ist im Bachelor (hab selbst die Erfahrung gemacht) vieles viel reglementierter im Sinne von, dass man einen ganzen Plan vorgesetzt bekommt und nach diesem Sinne studieren kann frei nach dem Motto " Die 'Schule' regelt alles für dich".

Jedoch muss man an dieser Stelle ganz klar vor Augen führen, dass dies nicht (immer) Pflicht ist. Man kann als Studi selbst die Zügel in die Hand nehmen, klar hat man in den ersten Semestern Abhängigkeiten (wie z.B. TI - EGI Praktikum - HnP), doch spätestens ab dem 3. oder 4. Semester hat man freie Wahl, wann man welche Sachen hört. Man wird ein wenig durch diesen 1 Jahres Turnus der VL behindert, doch man kann frei entscheiden, was man wann hört. Genauso kann man weiter vorrausplanen und vielleicht die ein oder andere VL aus dem Master hören.

Denke also nicht, dass man den Bachelor die Möglichkeiten genommen hat. Es gibt es Unterschiede und auch eine strengere Regelung wegen Übungen und allem, doch hat man die Sache wirklich selbst in der Hand und kann nicht einfach die Verantwortung auf jeden anderen schieben, wenns einem nicht gefällt.
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Beitragvon Meisterbrau » 16.06.09 22:08

tavaril hat geschrieben:
Miss*Sunflower hat geschrieben:
- "willst du dein studium selber planen?" - ich mache nichts anderes seit 4 jahren!

-"genervt von schulischen verhältnissen?" - nö, die kenn ich nicht!


Ganz davon abgesehen, dass im Moment noch versucht wird, den Bachelor als Standartabschluss durchzusetzen, was ja wohl ganz die falsche Richtung ist.


eigentlich gar nicht.
Zumindest die TU9 haben afair verlauten lassen "Das Studienziel ist der Master", andere interessieren mich eh nicht :)
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