Was passiert mit meinen Studiengebühren?

Allgemeines rund um's Informatikstudium an der RWTH Aachen
[StuBe] Mails aus dem Verteiler der Studienberatung Informatik

Beitragvon oxygen » 13.12.08 13:05

foogy hat geschrieben:Hat man nicht normalerweise nen Job am Lehrstuhl oder so, wenn man promoviert? Ich hoffe doch, die zahlen gut genug, dass man dann auch nicht mehr auf so einen Kredit angewiesen ist.

Ja, man ist dann wissenschaftlicher Mitarbeiter. Ob man davon leben kann, hängt davon ab ob man eine volle Stelle hat. In der Informatik ist das aber soweit ich weiß die Regel.
oxygen
 
Beiträge: 1054
Registriert: 16.12.05 23:05
Wohnort: Bergheim
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: fertig
Anwendungsfach: Medizin

Beitragvon C-Otto » 13.12.08 13:45

Man kann promovieren, ohne an der Uni beschaeftigt zu sein. Wenn man eine solche Stelle hat, wird man auch nicht fuer das Schreiben der eigenen Dissertation bezahlt, sondern (je nach Vertrag bzw. Geldgeber) fuer Forschung, Lehre und administrative Taetigkeiten. Es sollte aber klar sein, dass man mit einem solchen Job sehr viel besser promovieren kann, als irgendwo in der freien Wirtschaft. Zur Bezahlung: eine volle Stelle (in der Informatik ueblich) wird laut TV-L 13 bezahlt, das Nettogehalt fuer Stipendiaten (Algosyn etc.) liegt ungefaehr auf gleichem Niveau. Einen Rechner fuer TV-L findet man beispielsweise hier: http://oeffentlicher-dienst.info/tv-l/west/ (Entgeldgruppe E13).
Dr. rer. nat. Carsten Otto
http://verify.rwth-aachen.de/otto/
Benutzeravatar
C-Otto
 
Beiträge: 568
Registriert: 10.08.06 00:20
Wohnort: Schwalbach am Taunus
Studiert seit: fertig
Anwendungsfach: BWL

Beitragvon foogy » 13.12.08 13:57

Wer von TV-L 13 nicht leben kann, sollte sich über seinen Lebensstil echt Gedanken machen.
Ohne jetzt Besonderheiten wie Kinderfreibeträge, Kirchensteuer etc. zu beachten sinds laut Tabelle rund 36.000€. Davon sollte man dann auch locker Stück für Stück seinen Kredit bei der Kfw zurückzahlen können.
Mal ehrlich, rund 10.000 € Schulden, die man 11 Jahre lang (?) zurückzahlen darf, sollten kein Problem darstellen, wenn man einen halbwegs brauchbaren Abschluss an der Uni gemacht hat und nicht gerade sämtliche Personalleute beim Vorstellungsgespräch beleidigt.
Sätze mit "Wenn du mal Zeit hast ..." oder "Du studierst doch Informatik ..." können der eigenen Gesundheit schaden. Also lasst es!
Benutzeravatar
foogy
 
Beiträge: 1186
Registriert: 12.09.05 19:18
Wohnort: Oche!
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: WS 06/07
Anwendungsfach: BWL

Beitragvon siggi » 13.12.08 14:13

foogy hat geschrieben:Mal ehrlich, rund 10.000 € Schulden, die man 11 Jahre lang (?) zurückzahlen darf


Ist über 8 Jahre hinweg, wo man diese zurück zahlt, also 3 Jahre nach dem Studium Ende fängt man dann an jeden Monat 100 Euro zu zahlen.

Hier mal den Rechner, den ich benutzt hatte für das Beispiel:
http://www.nrwbank.de/tilgungsrechner/Form.jsp
Benutzeravatar
siggi
 
Beiträge: 236
Registriert: 10.01.06 21:26
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: WS 06/07
Anwendungsfach: BWL

Beitragvon padde » 13.12.08 14:46

foogy hat geschrieben:Mal ehrlich, rund 10.000 € Schulden, die man 11 Jahre lang (?) zurückzahlen darf, sollten kein Problem darstellen, wenn man einen halbwegs brauchbaren Abschluss an der Uni gemacht hat und nicht gerade sämtliche Personalleute beim Vorstellungsgespräch beleidigt.


Ich glaub es gibt durchaus auch Studienfächer, wo die Berufsaussichten nicht so gut sind. Oder ist das dann deiner Ansicht nach kein "halbwegs brauchbarer Abschluss"?

Ein ganz anderes Thema zu den Krediten ist noch der (zu) großzügig bemessene Ausfallfond. Wieso muss die gesamte Studentenschaft die Sicherheit für die Bank bereitstellen, während die Bank vollkommen problemlos die Zinsen kassiert?
padde
 
Beiträge: 159
Registriert: 19.09.06 13:21
Wohnort: Aachen
Studiengang: Informatik (M.Sc.)
Studiert seit: WS 06/07
Anwendungsfach: Mathe

Beitragvon foogy » 13.12.08 15:03

padde hat geschrieben:Ich glaub es gibt durchaus auch Studienfächer, wo die Berufsaussichten nicht so gut sind. Oder ist das dann deiner Ansicht nach kein "halbwegs brauchbarer Abschluss"?

Das kommt auf den Standpunkt an: möchte man mit seinem Abschluss in der Hauptsache für ein hohes Maß an finanzieller und beruflicher Sicherheit sorgen (was vielleicht nicht der moralisch wertvollste Grund für ein Studium ist), dann ist jeder Abschluss in einem Studienfach mit schlechten Aussichten KEIN brauchbarer Abschluss. Meine Aussage vorhin bezog sich allerdings eher auf solche Studiengänge wie unseren, das hätte ich vielleicht dazu schreiben sollen.
Es gibt nunmal Studiengänge, da weiß man einfach schon im Voraus, dass es damit schwer werden könnte. Wenn man dann sowas aus lauter Interesse antritt (was ich nicht schlechtreden möchte), darf man sich aber auch nicht über spätere Probleme wundern.
Sätze mit "Wenn du mal Zeit hast ..." oder "Du studierst doch Informatik ..." können der eigenen Gesundheit schaden. Also lasst es!
Benutzeravatar
foogy
 
Beiträge: 1186
Registriert: 12.09.05 19:18
Wohnort: Oche!
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: WS 06/07
Anwendungsfach: BWL

Vorherige

Zurück zu Allgemeines