Was passiert mit meinen Studiengebühren?

Allgemeines rund um's Informatikstudium an der RWTH Aachen
[StuBe] Mails aus dem Verteiler der Studienberatung Informatik

Beitragvon mirko » 12.12.08 09:50

oxygen hat geschrieben:Diese Studienanfangsquote war dieses Winter-Semester bei 39% und damit auf einem Höchststand.


vlt, weil hessen die studiengebühren abgeschafft hat? nur mal so eine idee, ohne es jetzt durchgerechnet zu haben...

was den vorschlag von frau schavan angeht: mich macht das traurig. seit jahrzehnten werden bei der bildung die mittel immer weiter gekürzt, obwohl sie sowieso schon immer viel zu knapp sind (inzwischen müssen wir es schon selbst bezuschussen...) - aber wenn irgendein vollidiot beim halblegalen glücksspiel geld verzockt, was ihm gar nicht gehört, sitzen die milliarden so locker wie noch nie...

gut, dass frau schavan hier auch mal bedarf angemeldet hat - schade, dass sie vermutlich doch wieder weitgehend ignoriert wird :(

@rafael: dass die "finanzkrise" ein argument ist, denen geld zukommen zu lassen, die es nötig haben, glaubst doch nicht ernsthaft, oder?
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Beitragvon siggi » 12.12.08 10:22

mirko hat geschrieben:
oxygen hat geschrieben:Diese Studienanfangsquote war dieses Winter-Semester bei 39% und damit auf einem Höchststand.


vlt, weil hessen die studiengebühren abgeschafft hat? nur mal so eine idee, ohne es jetzt durchgerechnet zu haben...


Ohne es durchgerechnet zu haben: Es gab mal eine Zeit ohne Studiengebühren, vor ein paar Jahren, und wenn die Studienanfangsquote jetzt höher ist als damals, kann es doch nicht wirklich etwas damit zu tun haben.

Rafael hat geschrieben:jetzt wäre ein geeigneter Zeitpunkt demonstrieren zu gehen oder nicht ? wenn die Regierung schon so mit Milliarden rumwirft...

Die Regierung wirft nicht mit Milliarden um sich sondern versucht Arbeitsplätze zu retten, dass vorher viel Mist gemacht wurde und wir jetzt da stehn ist eine andere Sache. Leider ist die Regierung in der Situation, dass sie den Leuten Geld geben muss, die für die Lage verantwortlich sind, um halt alle anderen mit zu retten, auch wenn es nicht richtig scheint. Für das demonstrieren gegen Studiengebühren bist du etwas spät dran, hat damals schon nicht geklappt und so langsam kann man sich auch damit abfinden.


Coolcat hat geschrieben:Das ist so eine Sache. Erstens war wohl der Jahrgang ziemlich groß und zweitens wird überall von Diplom auf Bachelor/Master umgestellt. Da man sich für den Master neu einschreiben muss hat man dann plötzlich doppelt so viele Studienanfänger, halt je nach dem wie man das rechnet. Man muss bei solchen Zahlen also immer genau hinschauen, was aber nicht geht weil solche "unwesentlichen" Details nur selten angeben werden.


Wie lange hast du dir Gedanken gemacht Argumente gegen die Statistik zu finden? Wäre doch wohl besser gewesen die Zeit zu nutzen und sich die Statistik mal anzusehen und dann erst etwas dazu zu schreiben.
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Beitragvon oxygen » 12.12.08 11:06

Ich würde diese Entwicklung auch nicht der Regierung zu schreiben. Im Gegenteil, mit einer anderen Politik sähe es noch besser aus. Es sind viel mehr die aktuellen Abiturienten, die die Zeichen der Zeit richtig erkannt haben.
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Beitragvon foogy » 12.12.08 11:56

oxygen hat geschrieben:Ich würde diese Entwicklung auch nicht der Regierung zu schreiben. Im Gegenteil, mit einer anderen Politik sähe es noch besser aus. Es sind viel mehr die aktuellen Abiturienten, die die Zeichen der Zeit richtig erkannt haben.

Das ist natürlich schön, dass immer mehr Leute Abitur machen. Ich will ja damit auch nicht sagen, dass es vielleicht leichter ist als "früher".
Man könnte natürlich auch sagen, dass einem eigentlich kaum noch was anderes übrig bleibt. Die Wirtschaft fordert das. Und so wird das nun mit Hochschulabschlüssen weitergehen. Fragt sich nur, wo es dann anschließend weitergeht.
Wenn man sich dann aber anschaut, für welche Positionen Unternehmen schon Leute mit Hochschulabschluss haben wollen, dann fragt man sich manchmal schon, was das soll. Das könnte man schon als sowas wie eine Inflation des Wertes bezeichnen, den ein Abi und Studium haben.
Sätze mit "Wenn du mal Zeit hast ..." oder "Du studierst doch Informatik ..." können der eigenen Gesundheit schaden. Also lasst es!
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Beitragvon mirko » 12.12.08 12:36

siggi hat geschrieben:Ohne es durchgerechnet zu haben: Es gab mal eine Zeit ohne Studiengebühren, vor ein paar Jahren, und wenn die Studienanfangsquote jetzt höher ist als damals, kann es doch nicht wirklich etwas damit zu tun haben.


naja, vlt gab es ja auch leute, die zu zeiten der studiengebühren nicht angefangen haben zu studieren, weil sie es sich nicht leisten konnten / wollten. und vlt haben diese leute jetzt angefangen zu studieren, wo die gebühren wieder abgeschafft worden sind.

mit anderen worten (für den worst case): es hat n jahre lang keiner angefangen zu studieren und dieses jahr haben so viele angefangen wie sonst in n+1 jahren (wobei n die dauer der studiengebühren in jahren angibt)
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Beitragvon tobias » 12.12.08 12:52

mirko hat geschrieben:
siggi hat geschrieben:Ohne es durchgerechnet zu haben: Es gab mal eine Zeit ohne Studiengebühren, vor ein paar Jahren, und wenn die Studienanfangsquote jetzt höher ist als damals, kann es doch nicht wirklich etwas damit zu tun haben.


naja, vlt gab es ja auch leute, die zu zeiten der studiengebühren nicht angefangen haben zu studieren, weil sie es sich nicht leisten konnten / wollten. und vlt haben diese leute jetzt angefangen zu studieren, wo die gebühren wieder abgeschafft worden sind.


Für diejenigen, die ganz schwer von Begriff sind. Yves Aussage ist: Die Studienanfängerquote ist höher als vor Einführung der Studiengebühren. Da hat die Einführung und die Abschaffung von Studiengebühren gar nix mit am Hut!
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Beitragvon tobias » 12.12.08 13:03

Und mal sachlich zum Thema:

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst
Baden-Württemberg hat geschrieben:
Zwischen der Erhebung von Studiengebühren und der Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger konnte kein Zusammenhang festgestellt werden.
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Beitragvon mirko » 12.12.08 16:07

tobias hat geschrieben:Yves Aussage ist: Die Studienanfängerquote ist höher als vor Einführung der Studiengebühren.


hat ja auch gar niemand bestritten...

tobias hat geschrieben:Da hat die Einführung und die Abschaffung von Studiengebühren gar nix mit am Hut!


wenn man sich die frage nach dem "warum" stellt, schon. wenn du dir diese frage nicht stellst, lass es bleiben - aber andere leute stellen sich diese frage halt...

aber die tatsache, dass du eine nicht weiter belegte behauptung einer offensichtlich parteiischen stelle als "argument" anführst, spricht ja bereits bände...
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Beitragvon tobias » 12.12.08 16:50

Du hast auf Siggis Post reagiert. Und in Siggis Aussage spielt die Einführung von Studiengebühren überhaupt keine Rolle!

Und dass ich eine Behauptung eines Ministeriums anführe, wohingegen du dich in deinen Fantasien ergehst, die überhaupt jeder Grundlage entbehren, spricht tatsächlich Bände. Liefere mir den Beweis oder nur einen Anhaltspunkt, dass die Behauptung des Ministeriums nicht der Wahrheit entspricht und ich revidiere meine Meinung.
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Beitragvon pkb » 12.12.08 17:31

tobias hat geschrieben:Liefere mir den Beweis oder nur einen Anhaltspunkt, dass die Behauptung des Ministeriums nicht der Wahrheit entspricht und ich revidiere meine Meinung.


Wie waere es hier mit:

Eine Studie, die Verunsicherung von Abiturienten belegt, wird vom Bundesbildungsministerium zurueckgehalten:
http://www.tagesschau.de/inland/studien ... en100.html

Na ja, nicht ganz repraesentativ, aber scheinbar gibt es mehr Studentinnen die anschaffen gehen:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28269/1.html

Kein Beweis, oder so; nur Food for Thought.

Was anderes:
Mich wuerde mal interessieren, wieviele Studis einen von den guenstigen Studentenkrediten aufgenommen haben? Was hatten die Zinserhoehungen der letzten Zeit fuer Auswirkungen? Wie schaut es aus, wenn man als Kreditnehmer sich entscheidet nach dem Diplom/Master zu promovieren? Wie sieht's aus, wenn man das an einer anderen Uni, im Ausland tun will?

Hm. Vielleicht kommen demnaechst mehr Freigesetzte an die Unis, um, auf bessere Zeiten wartend, sich weiterzubilden... vielleicht muss man dann die Zulassungsbeschraenkungen zu Masterprogrammen anpassen.. aber was machen dann Leute, die nur einen Bachelor haben?
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Beitragvon Pillenfresser » 12.12.08 18:41

pkb hat geschrieben:Na ja, nicht ganz repraesentativ, aber scheinbar gibt es mehr Studentinnen die anschaffen gehen:
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/28/28269/1.html


scheinbar = etwas hat den Anschein, dem ist aber nicht so
anscheinend = etwas hat den Anschein und dem ist auch so

Wenn wir schon dabei sind uns gegenseitig zu korrigieren ...
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Beitragvon mirko » 12.12.08 21:10

tobias hat geschrieben:Und dass ich eine Behauptung eines Ministeriums anführe, wohingegen du dich in deinen Fantasien ergehst, die überhaupt jeder Grundlage entbehren, spricht tatsächlich Bände.


jap, es hat auch nie eine mauer in berlin gegeben. schließlich hat der staatsrat ja gesagt "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten."

mann, mann, mann - wie naiv kann man eigentlich sein? was ein politiker sagt, entspricht zwangsläuftig der wahrheit und wenn andere leute ihr eigenes gehirn einschalten, sind das "Fantasien, die überhaupt jeder Grundlage entbehren" - ja ne is klar...
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Beitragvon siggi » 13.12.08 00:24

mirko hat geschrieben:jap, es hat auch nie eine mauer in berlin gegeben. schließlich hat der staatsrat ja gesagt "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten."


Dass du jetzt die Aussage von Walter Ulbricht mit einer statistischen Erhebung in einem demokratischen Staat vergleichst ist schon weit hergeholt.

mirko hat geschrieben:wenn andere leute ihr eigenes gehirn einschalten, sind das "Fantasien, die überhaupt jeder Grundlage entbehren"
Ist leider sehr oft der Fall, desshalb sollte man ja auch stichhaltige Beweise anführen bevor man einfach mal was behauptet.

Zu Statistiken:
Homer Simpson hat geschrieben:Aw, people can come up with statistics to prove anything, Kent. Forty percent of all people know that.


Aber wie ist das jetzt mit dem Studentenkredit, z.B. von der NRW Bank, da bekommt man ja die 500 Euro geliehen für jedes Semester, wenn man dann sagen wir mal 12 Semester braucht, geht man mit rund 10.000 Euro Schulden aus dem Studium raus, die man dann innerhalb von 11 Jahren nach dem Studium zurück zahlen muss. Ich hoffe ja mal, dass man durch das Studium mehr als 10.000 Euro mehr Verdienst hat über 11 Jahre.

Wer jetzt mit dem Argument kommt, früher war die Uni ja kostenlos usw. und in manchen Bundesländern ist sie es immer noch, dem ist wohl nicht klar dass deutsche Unis im internationalen Wettbewerb so nicht bestehen können.

Und um nochmal Hessen anzusprechen:
Die Steigerung dort war hoch, aber weil andere Bundesländer die auch haben hat das wohl nichts mit den Studiengebühren zu tun. Ausserdem ist in Sachsen, wo es meines Wissens keine Studiengebühren gibt, die Anfängerquote sogar rückläufig.
Quelle
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Beitragvon Daniel » 13.12.08 12:44

pkb hat geschrieben:Was anderes:
Mich wuerde mal interessieren, wieviele Studis einen von den guenstigen Studentenkrediten aufgenommen haben? Was hatten die Zinserhoehungen der letzten Zeit fuer Auswirkungen? Wie schaut es aus, wenn man als Kreditnehmer sich entscheidet nach dem Diplom/Master zu promovieren?


günstig? Du bist als Kreditnehmer völlig in den Händen der Kfw. Der Zinssatz ist sogar letztens, gegen die Marktlage, gestiegen. Die Argumentation war, dass es die kfw selber schwerer hat an Geld zu kommen. Der Gedanke der Zinsanpassung an der Leitzins schlägt hier also völlig fehl.
Warum sollten sie auch, immerhin hast du keine wirklich Alternative. Keine andere Bank gibt dir ohne Sicherheiten oder Bürgschaften einen Kredit.

Aktuell liegen die Zinsen bei 7.50% p.a (habe ich jedenfalls im Kopf, kann mich aber mal einloggen und später nachsehen)

Promivieren kannst du damit aber nicht, gezahlt wird maximal bis zum Diplom / Master.
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Beitragvon foogy » 13.12.08 12:50

Daniel hat geschrieben:Promivieren kannst du damit aber nicht, gezahlt wird maximal bis zum Diplom / Master.

Hat man nicht normalerweise nen Job am Lehrstuhl oder so, wenn man promoviert? Ich hoffe doch, die zahlen gut genug, dass man dann auch nicht mehr auf so einen Kredit angewiesen ist.
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