koalabaer26 hat geschrieben:HE hat geschrieben:Die wesentliche Aufgabe ist nicht das Programmieren, sondern das Entwickeln und Anpassen von Konzepten
Äärrr... ich kenne EINIGE Informatiker, sie haben auch an der uni studiert, die programmieren aber tagtäglich nur noch. Oder sie arbeiten als Systemadmin, pflegen die Datenbank. Mhh.. sie haben mir wohl Mist erzählt, sind bestimmt höchstens FH-Absolventen. Solche Aufgaben sind Uni-Informatikern ja viel zu unwürdig.
"unwürdig" ist das falsche wort. aber ich z.B. sage ganz klar: ich studiere nicht an der RWTH um nachher coding monkey zu sein.
Ich hab da grad mal beispielhaft ein stellenangebot gegoogelt:
http://www.stellenanzeigen.de/stellenanzeige/282426.htm
Betrachten wir mal die anforderungen:
1. Abgeschlossenes Studium der Fachrichtung Informatik, Elektrotechnik oder ähnlicher Ausrichtung bzw. durch mehrjährige Berufserfahrung erworbene, gleichwertige Fachkenntnisse
=> Studium, check.
2. Sehr gute Kenntnisse des Requirements-Management-Tools DOORS sowie Erfahrung in der Entwicklung von DOORS-Erweiterungen mit DXL
=> Nun gut, spezifische kenntnisse gefordert. Hat man oder hat man nicht, aber sowas gibts im endeffekt immer. Mal ist C++, mal .Net, mal eben doors gefordert. nehmen wir einfach mal an, das man doors kennt.
3. Gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift
=> Heutzutage wird sowas im IT Bereich wahrscheinlich nur noch aus formalen gründen bei stellenanzeigen dazugeschrieben, es ist eigentlich selbstverständlich und wird auf praktisch jeder IT Stelle gefordert bzw in der arbeitswelt allgemein. check.
4. Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, Kundenorientierung, Teamgeist und Innovationsfähigkeit
=> Softskills, sollte man durch seminararbeiten (falls in gruppen erarbeitet) oder einfach durch soziale kontakte (z.B. im hochschulsport) sowieso haben. check.
Zusammenfassung: Ein Stellenangebot, dass perfekt auf einen Hochschulabsolventen passt - sofern man DOORS kennt -, insbesondere da durch, das explizit keine Berufserfahrung gefordert ist, man könnte also direkt nach der Uni einsteigen.
Sooooo, und jetzt gucken wir uns mal an, was der Entwickler denn im Job tun müsste:
1. Entwicklung und Wartung von DOORS-Erweiterungen mit DXL (DOORS Extension Language) zur Vereinfachung der Informationseingabe, Sicherstellung der Datenintegrität, Erzeugung von Dokumentationen, Bewertung des Projektfortschritts und zum Datenaustausch mit anderen Requirements-Management-Tools sowie mit Office-Tools über OLE-Automatisierung
=> hier sind programmierkenntnisse sicher gefordert (in dieser DXL), um z.B. den projektfortschritt zu bewerten. Möglich, dass man hier auch selber programmieren könnte oder vielleicht sogar muss.
2. Erstellung detaillierter Anforderungsspezifikationen für die Erweiterungen auf Basis einer Grobspezifikation von internen Kunden
=> programmierkenntnisse wiederum nötig, um die spezifikationen festzulegen. selber programmieren? Eher nicht.
3. Schulung und Beratung der Projektmitarbeiter in Bezug auf die Anwendung von DOORS und der DOORS-Datenbank (Module, Attribute, Views, Trigger etc.)
=> spezifische kenntnisse von doors nötig, allgemeine programmierfähigkeiten hilfreich - selber programmmieren? wieder fehlanzeige
4. Erstellung von Testvorschriften, Realisierungsbeschreibungen und Benutzerdokumentationen
=> programmierkenntnisse bei der dokumentationserstellung hilfreich, aber nicht zwingend notwendig. selber programmieren? nix.
Fazit: als Teamleiter, Entwickler etc, und dass sind die positionen, auf die man hier hinstudiert, wird man zum einen kaum noch die Zeit haben, selbst zu programmieren aufgrund der vielen anderen dinge um die man sich kümmern muss, zum anderen möchte ich wieder die aussage eines profs ranziehen: Als Softwaredesigner macht man eben genau was der name sagt: man denkt sich software aus, deren spezifikationen, fähigkeiten, schnittstellen etc. Die eigentliche programmierarbeit nimmt einem in den meisten fällen jedoch jemand anders ab.
Und das ist auch gut so. Mich würde es nämlich ehrlich gesagt einfach ankotzen, wenn ich nach nem teuren hochschulstudium an ner "elite" technischen hochschule als coder einfach nur die vorgaben eines anderen runter programmieren muss und keine mitsprachemöglichkeit bei der tatsächlichen entwicklung neuer software habe. wäre das mein ziel würde ich die Zeit an der Rwth tatsächlich als verschwendete Jahre und Euronen bezeichnen.[/list]