Und ab nach Hessen...

Allgemeines rund um's Informatikstudium an der RWTH Aachen
[StuBe] Mails aus dem Verteiler der Studienberatung Informatik

Beitragvon Eshmael » 06.06.08 14:31

Oki ich rechne dir mal Exemplarisch vor.

Nahrung:
6,7€ pro Tag = ca.200€ im Monat

Kranken- und Sozialversicherung:
ca 60€ pro Monat

Studiengebühr:
640/6= 105€ pro Monat

Miete:
250€ pro Monat

Strom + Telefon und Internet:
60€ pro Monat

Unimaterial (Bücher/Kopien/Stifte etc):
20€ im Monat

~700pro Monat.

Ohne sich mal irgendwas zu kaufen.
Ohne den Verschleiß meines Rechners, meiner Kücheneinrichtung, meiner Waschmaschine oder meiner Kleidung einzurechnen.

Wir gehen von 9€ pro Stunde aus, und einem Wochen Monat:
700/9 = 78h = 20h pro Woche.

Nun ist mein Kühlschrank fritte gegangen... und ich muss nebenjobs neben dem nebenjob machen um das zu deixeln.

Ohne Studiengebühr?
500/6 = 84€ im Monat die ich für "Spaß" ausgeben könnte, oder meinen Kühlschrank reparieren lassen kann.
Ganz ohne gegen das Gesetz zu verstoßen.
Arbeite ich nämlich im Jahresmittel mehr als 20h pro woche bin ich kein Student mehr, und muss meine Krankenkasse nach meinen Einnahmen bezahlen... und dann wirds richtig teuer... (700€ verdienst.. KK nimmt 12-14%).

Wohngeld ist beantragt, aber das kriege ich wohl nicht (kämpfe schon einige Monat).
Willst wissen warum?
Wegend er Plausibilitätsklausel.
Es ist nicht Plausibel, das ich von meinen Paar Kröten (20h kriege cih in meinem aktuellen Job ja leider selten voll pro Woche) alleine Leben kann.
Und wer nicht ohne Wohngeld leben kann kriegt keins, weil die dann denken man MUSS sie ja irgendwo bescheißen.
Also müsste ich Hartz 4 beantragen, das kriegt man aber nur wenn man max 2 Semester vorm Diplom steht.
Wie das mim Bachelor ist weiß noch niemand.


Wenn deine Rechnung nicht weit von der Realität ist, dann weiß ich nicht Was weit von der Realität entfernt ist.

Und wenn du die Studien lesen willst findest du die bei der OECD auf der HP.
Oder in einer Tageszeitung deiner Wahl.
Eine der wichtigsten aussagen ist: Wer aus monetär armen und/oder bildungsarmen Verhältnissen stammt, hat nicht nur signifikant kleinere Chancen eine höhere Schule/Universität zu besuchen, wie in anderen Ländern, sondern die Schere wird immer größer.

Und das gilt auch für den Vergleich mit Amerika.

Wie sollen da Studiengebühren helfen?

Das wir mehr Geld in der Bildung brauchen ist klar, aber da gibt es sicherlich sinnvollere Wege der Umverteilung.

Denn andere Länder geben prozentual bis zu demdoppelten aus, von dem was Deutschland in die Bildung investiert.

Und ich darf mal eine Frage stellen:
Eigenheimzulage (damit wir aus der Stadt ins Grüne ziehen können, vom Arbeitsplatz weg) und dann Kilometergeld?

Ökosteuer und Klimapolitik, aber Kilometergeld?

Kitas einführen, die bewiesenermaßen ärmeren Kindern helfen, aber Erziehungsgeld für die Kinder bezahlen, die zu hause bleiben?
Wer nimmt das denn bitte?
Die reichen Doppelverdiener, die froh sind, das es eine KiTa gibt, die kostenlos ist?
Oder die Arbeitslose Hartz4Empfänger Familie?

Da liegen Milliarden, die unserer Uni Mikros bescheren könnte, die funktionieren und kabellos sind.
Aber nicht in den paar Kröten Studiengebühren, die nur Mauern aufbauen, und von denen die Uni dann kaum was sieht, weil ja Rücklagen gebildet werden müssen, für Probleme die auftreten werden.

Dafür gibts weniger Abschlüsse (Abbruchquoten sind in technische Studiengängen explodiert, wegen Bach und Studiengeb., denn neben Bach kann man nicht mehr so einfach arbeiten wie neben dem Dipl.. Ich kanns beurteilen, habe beides gemacht).

Und warum ich das so geschrieben habe, habe ich erklärt.
Den Post kannst du ja einfach nochmal lesen.
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Beitragvon mirko » 06.06.08 15:00

heipei hat geschrieben:
mirko hat geschrieben:ich halte jedenfalls die persönliche intelligenz für ein deutlich besseres auswahlkriterium als die (persönliche) finanzielle situation (bzw. die der eltern).

Ich auch, und vielleicht kommt es ja bei der Diskussion grade darauf hinaus. Ich habe die Meinung dass Leute die wirklich intelligent sind (und motiviert) ihr Studium nach wie vor hier durchziehen können und dann dank einem guten Abschluss einen guten Job kriegen so dass evtl. übrig gebliebene Schulden schnell bezahlt werden können. Vielleicht sollte es auch einfach mehr Stipendien geben. Dafür könnte man die Studiengebühren ganz gut einsetzen, denn dadurch würde man spezifisch finanziell schlechter gestellten Studenten die Leistung bringen das Studium erleichtern.


klingt erstmal sinnvoll, aber:

1. die studiengebühren sind zweckgebunden an die verbesserung der lehre - wie willst du damit stipendien finanzieren?

2. wann willst du die stipendien vergeben?
a) vor studienbeginn => woher weißt du, wer leistung bringen wird?
b) während des studiums => dann kann ja ein "intelligenter, motivierter, armer mensch", nicht anfangen zu studieren, da er ja nicht weiß, ob er was bekommen wird oder nicht - stichwort: planbarkeit

auch wenn mir dieses konzept schon besser passen würde, als das aktuell praktzierte, scheint mir die steuerfinanzierung derzeit doch noch die beste lösung zu sein...

@eshmael: das mit dem wohngeld meinst du doch nicht ernst? du bekommst nix, weil du zu _wenig_ verdienst? die ungerechtigkeiten in diesem lande sind ja noch schlimmer, als ich dachte...
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Beitragvon wyverex, der Weiße » 06.06.08 15:06

mirko hat geschrieben:die meinungsfreiheit hört da auf, wo persönlichkeitsrechte anderer verletzt werden - aber meinetwegen, sehn wir mal darüber weg...


Hast du ein Recht darauf, nicht kritisiert zu werden? Das waere mir neu.

mirko hat geschrieben:wo muss man sich denn zwischen gleichheit und freiheit entscheiden? ich sehe nur "mehr" gleichheit, bei gleichbleibender freiheit. oder meinst du, dass ich kochs freiheit beschneiden will, das gesetz nicht zu unterschreiben?


Naja, ihr schreit die ganze Zeit nach Leistungen, aber irgendwo muss das Geld fuer diese Leistungen ja herkommen. Und das ist im Moment der Steuerzahler, der nicht selten ueberhaupt nichts mit uns und unserem Studium zu tun hat. Bis zu einem gewissen Mass ist es sicherlich notwendig solche Kosten auf alle Koepfe umzurechnen, aber ihr beschwert euch hier - relativ zu anderen Laendern wie beispielsweise USA oder England - ueber einen Fliegenschiss an Studiengebuehren. Und die Hoehe der Studiengebuehren in besagten Laendern zeigt wie hoch die Kosten eigentlich sind oder sein koennen. Ich bin selbst kein sonderlich grosser Fan von Studiengebuehren, aber da ich im Herzen ein Liberaler bin, kann ich ihre Einfuehrung ebenso verstehen und akzeptieren.

mirko hat geschrieben:es ging hier nicht ums klugscheißen, sondern darum, ihn zu informieren, worüber er redet - das kann dem betreffenden manchmal auch peinlichkeiten ersparen...


Ich koennte jetzt einen langen Vortrag ueber Sprachphilosophie bzw. die Rolle von Sprache halten, aber obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass es Klugscheissen ist, ist es gerade auch recht irrelevant fuer den eigentlichen Kern der Diskussion.

mirko hat geschrieben:hast du darüber zahlen? (ernstgemeint) also vergleiche zwischen "vor den studiengebühren" und heute?


Zahlen nicht, nein. Ich habe es nur am eigenen Leib erfahren, als das lufgi1 ein Dutzend Hiwis fuer DaStru angestellt hat. Wobei jeder 12 Std. die Woche angerechnet bekommen hat, bei einer einzigen Uebungsgruppe. Anstatt die Haelfte der Leute einzustellen und jeweils 19 Std. angerechnet zu bekommen fuer zwei Uebungsgruppen (wie es anderweitig war). Die Uni spart dabei eine Menge Geld, aber im spendableren Fall kommt mehr zu den Studenten zurueck.

mirko hat geschrieben:das mit dem schulden machen war eher eine idee des neo-liberalismus. "linkstypisch" ist eher, das geld von denen zu nehmen, die eh nicht wissen, wie sie es ausgeben sollen...


Mag sein, dass das eigentliche Ziel sein soll die "Reichen" besonders stark zu erleichtern im Gegensatz zu den "Armen". Bisher sehe ich aber nur Schulden. Mal abgesehen davon, dass es eine Milchmaedchenrechnung bleibt, denn die kritisierten "Reichen" wohnen - voellig zurecht - zum groessten Teil ohnehin nicht in Deutschland.
Ist eben die Frage was man unter sozialer Gerechtigkeit versteht. Ich verstehe darunter eben nicht, dass die Schwachen die Starken zu sich herunterziehen und alle gleich machen wollen, sondern das alle gleich behandelt werden. Dann haetten wir auch nicht das immense Problem mit Steuerfluechtlingen und es wuerde letztendlich sogar allen besser gehen.
So gesehen ist Reichensteuer auch nichts anderes als Minderheitendiskriminierung.
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Beitragvon Eshmael » 06.06.08 15:06

Doch genauso ist das beim Wohngeld.
Das Argument ist ja nachvollziehbar.
Und wenn man zu wenig hat, hat man (wenn man nicht mehr als 100€ pro Lebensjahr +1500€ aufm Konto hat) Anrecht auf ALG II.
Aber ich habe halt kein Anrecht auf ALG II.
Ich kann mich es war ALG II holen und Jahrelang beziehen ohne eine Fortbildung zu machen, und 3 Monate im Jahr nen Ein-Euro-Job (wenn überhaupt) aber ne Ausbildung zu finanzieren, damit man da raus kommt machen sie nicht mal anteilig.

Aber das hat halt auch viel mit der Sachbearbeiterin zu tun (in meinem Fall ist es eine F...rau).
Die wollte ja auch von mir, das ich gegen eine Eidesstattliche Erklärung die ich abgegeben habe verstoße, nur weil es ihren Job erleichtert.
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Beitragvon Eshmael » 06.06.08 15:12

Wywerex? Hast du mal geschaut, ab welchen Noten und in welcher Maße es Stipendien in Amiland gibt?

Die Hürde für Finanzarme ist geringer. Siehe OECD Studie.

Der Steuerzahler nix mit uns zu tun?

Jeder dessen Job durch einen hochqualifizierten Entstanden ist, und der durch einen Studierten gehalten wird hat mit uns was zu tun.

Der Motor der deutschen Wirtschaft war und ist (auch in der Zeit wo die Zeitungen es kaputtbrülle wie ende der 90er) der maschinenbau Mittelstand.

Und der geht zugrunde.
Weil wir zu wenig Geburten haben, und die noch mit aller Gewalt von der Uni verhalten.

Jeder Schlosser in so einem Betrieb verliert seinen Job, weil wegen Braindrain und dieser Bildungspolitik manche Unternehmen weggehen MÜSSEN.

Wie kann man nur so kurzsichtig argumentieren.

Wir sind eine Gemeinschaft, die füreinander zum wohle aller einsteht.

Und dazu gehört das wir maximal viele Höchstqualifizierte Produzieren.
Als winziges Exportland müssen wir immer bessere Artiekl bauen als der Rest der Welt.

Ohne Studierte wird das nicht mehr lange gehen.

Und mir sagte Siemens 2000 (als in den Zeitungen noch stand, der Maschbauer würde nicht mehr gesucht) sie würden tausende Ing. unebsetzt ahben in diesem Jahr, und wenn ich fertig bin, würden sie mich nehmen. Das war in meinem ersten Semester... 2 Wochen nach Beginn.
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Beitragvon heipei » 06.06.08 15:18

2 Sachen:
1. Die Wohnung in deiner Rechnung (und Strom/Telefon) ist sicherlich was wo sich ca. die Haelfte sparen laesst (oder sogar ziemlich genau).
2. Was ist mit Baefoeg, hast du da kein Anrecht drauf? Und warum hast du dein Diplom-Studiengang abgebrochen wenn man wie du selbst sagst nebenher besser arbeiten konnte (_und_ noch besserer Jobaussichten als "nur" mit einem Bachelor-Abschluss hat).

Und bitte fang jetzt nicht mit Kilometergeld oder irgendwelche Rundumschlägen durch Politik und Gesellschaft an, das ist wirklich Off-Topic.
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Beitragvon Miss*Sunflower » 06.06.08 15:27

heipei hat geschrieben:2 Sachen:
1. Die Wohnung in deiner Rechnung (und Strom/Telefon) ist sicherlich was wo sich ca. die Haelfte sparen laesst (oder sogar ziemlich genau).


Das wollte ich auch sagen. Ich zahle im Wohnheim 145€ (für Neueinzieher wären es jetzt 163€) und habe Strom und Wasser inklusive. Ebenso zahle ich für das Internet nur 15€ im Semester. Ok, es ist keine 30m² Wohnung, aber immerhin habe ich eine eigene Küche und ein eigenes Badezimmer.
Ich denke schon, dass man das Studium mit viel weniger Geld über die Runden bringen kann, ohne auf alles verzichen zu müssen.

heipei hat geschrieben:2. Was ist mit Baefoeg, hast du da kein Anrecht drauf? Und warum hast du dein Diplom-Studiengang abgebrochen wenn man wie du selbst sagst nebenher besser arbeiten konnte (_und_ noch besserer Jobaussichten als "nur" mit einem Bachelor-Abschluss hat).


Naja, da er wohl nicht innerhalb der ersten 2 Semester (oder waren es 4, die erlaubt sind) abgebrochen hat könnte es sein, dass die Bafög-Regelung nicht mehr greift.
Andererseits gibt es andere Bildungskredite, bei denen man zwar Zinsen zahlen muss, aber andererseits sollte das mit dem guten Abschluss kein Problem sein.


Noch ein Zusatz: ich denke die Mehrheit beginnt mit dem Studium nach der Schule (nach dem Zivi/Bund), so dass für die ersten Jahre die Krankenversicherung entfällt, dafür aber das Kindergeld hinzukommt.
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Beitragvon kb » 06.06.08 15:28

Hm, also die Rechnung von Eshmael ist auch etwas hoch. Man kommt locker mit weniger Essensgeld und deutlich niedrigeren Unterhaltskosten aus.
Man kann auch Wochenendjobs annehmen, um den Geldbeutel aufzustocken.

ABER: Da liegt genau das Problem. Das ist alles Theorie. Es GIBT z.B. einfach nicht genug günstige Wohngelegenheiten, sodass ALLE günstig leben können. Es IST einfach so, dass nicht jeder einen HiWi-Job oder einen anderen >=8€/h Job bekommt, mit dem er sich gerade über Wasser halten kann. Es KANN nicht jeder problemlos seinen Studienplan durchgehen (Beispielsweise da man dafür ca 2x so viele Seminarplätze allein in Info bräuchte).

Sicher, es gibt genug Leute, denen die Gebühren nicht schaden, aber dass man sie auf alle Studierenden aufsetzt sollte gerechtfertigt sein könne, was imho im Moment leider noch nicht der Fall ist. Man erinnere sich an die Zahl der Studienabbrecher kurz nach Einführung der Gebühren...

btw glaube ich immer noch, dass man nur das Recht auf Meinungsfreiheit, und nicht auf freie Meinungsäußerung hat. Jedenfalls gibt es höher gesetzte Rechte, wodurch die freie Meinungsäußerung eingeschränkt wird.(--edit--)*hoffentlich_nicht_daneben_geschissen*
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Beitragvon heipei » 06.06.08 15:33

kb hat geschrieben:ABER: Da liegt genau das Problem. Das ist alles Theorie. Es GIBT z.B. einfach nicht genug günstige Wohngelegenheiten, sodass ALLE günstig leben können. Es IST einfach so, dass nicht jeder einen HiWi-Job oder einen anderen >=8€/h Job bekommt, mit dem er sich gerade über Wasser halten kann.

Wohl wahr, aber dafür brauchen ja auch nicht alle einen Hiwi-Job, finanziell. Und da ich nicht an einem Lehrstuhl arbeite weiss ich es nicht, aber ich glaube grade so Sachen wie Syspro-Hiwi (so wars zumindest früher) suchen händeringend nach halbwegs deutsch-sprechenden Studenten. Oder hat sich an der Situation was geändert?
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Beitragvon wyverex, der Weiße » 06.06.08 15:39

Eshmael hat geschrieben:Wywerex? Hast du mal geschaut, ab welchen Noten und in welcher Maße es Stipendien in Amiland gibt?

Die Hürde für Finanzarme ist geringer. Siehe OECD Studie.

Der Steuerzahler nix mit uns zu tun?

Jeder dessen Job durch einen hochqualifizierten Entstanden ist, und der durch einen Studierten gehalten wird hat mit uns was zu tun.

Der Motor der deutschen Wirtschaft war und ist (auch in der Zeit wo die Zeitungen es kaputtbrülle wie ende der 90er) der maschinenbau Mittelstand.

Und der geht zugrunde.
Weil wir zu wenig Geburten haben, und die noch mit aller Gewalt von der Uni verhalten.

Jeder Schlosser in so einem Betrieb verliert seinen Job, weil wegen Braindrain und dieser Bildungspolitik manche Unternehmen weggehen MÜSSEN.

Wie kann man nur so kurzsichtig argumentieren.

Wir sind eine Gemeinschaft, die füreinander zum wohle aller einsteht.

Und dazu gehört das wir maximal viele Höchstqualifizierte Produzieren.
Als winziges Exportland müssen wir immer bessere Artiekl bauen als der Rest der Welt.

Ohne Studierte wird das nicht mehr lange gehen.

Und mir sagte Siemens 2000 (als in den Zeitungen noch stand, der Maschbauer würde nicht mehr gesucht) sie würden tausende Ing. unebsetzt ahben in diesem Jahr, und wenn ich fertig bin, würden sie mich nehmen. Das war in meinem ersten Semester... 2 Wochen nach Beginn.


Dann sag doch mal den ganzen anderen "Akademikern" die am Ende Taxifahrer(in) werden, dass sie was anstaendiges studieren sollen. Das Bildungsniveau, welches von der Schule - im konkreten Fall dem Gymnasium - mitgegeben wird, wird immer schlechter, weil die Schueler immer duemmer werden.
Du magst mit deinem Maschinenbauermangel ja Recht haben, aber es gibt mehr als nur Maschinenbau und so viele Kinder zu "produzieren" nur damit genug Maschinenbauer fuer die Wirtschaft dabei rumkommen, ist eine etwas eingeschraenkte Sicht der Dinge.


Edith:

heipei hat geschrieben:[...] aber ich glaube grade so Sachen wie Syspro-Hiwi (so wars zumindest früher) suchen händeringend nach halbwegs deutsch-sprechenden Studenten. Oder hat sich an der Situation was geändert?


Nein, da hat sich nix geaendert. Es gilt im uebrigen fuer fast jede Vorlesung, dass haenderingend Leute gesucht werden.
Zuletzt geändert von wyverex, der Weiße am 06.06.08 15:42, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon wyverex, der Weiße » 06.06.08 15:41

loesch mich
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Beitragvon Eshmael » 06.06.08 18:12

Naja.. 163 ist nicht die Hälfte von 250.
Und das es locker billiger geht ist quatsch.
Ich habe von 00 bis 05 in Aachen gewohnt, i einer günstigen "normalen" Wohnung, weil im wohnheim nix frei war.
Und da habe ich 243€ bezahlt.
Das wäre noch 30€ günstiger gegangen, aber das waren Preise vor 8 Jahren.

Weniger als 6,7€ pro Tag ist sicherlich drin, aber ich habe dafür auch keine Arztbesuche, oder sonstige außerordentliche Anschaffungen mit eingerechnet.

Ja es ist ne Harte Rechnung mit 700€ zu rechnen aber Fakt ist Hartz4 wären 592€ Pro Monat (Wohnung inkl.). Wenn ich da nun die Studiengebühren drauf rechne bin ich schon bei 700, und habe schon die Krankenkasse bezahlt.
Wenn ihr sagt es geht wesentlich weniger, dann gibt es 2 möglichkeiten: Entweder betrügt ihr euch bei euren Rechnungen selber (und vergesst was ihr so noch zugesteckt bekommt, oder theoretisiert hier nur rum, weil Mama/Papa alles zahlen immo und 100% vom Job bei euch beliben), oder ihr lebt problemlos unter Sozialhilfeniveau und könnt davon noch Sccipte und Bücher kaufen.

Natürlich ist meine Situation extrem, aber BaföG und Studienkredite sind kein adäquater Ersatz.
Wer von zu Hause Geld mitbekommt hat es einfacher.
Und dieses einfacher ist so groß, das wir international weit abgeschlagen im vergleich der Industrienationen liegen.

Und Studiengebühren verbessern diesen Zustand nicht.

Und dann sieht man, das Studiengebühren kaum was bringen...
Die Studiengebühren haben einen einfachen Sinn: Der erste schwarz-gelbe Schritt Richtung Privatuni.

wie der Excellenzkram. Riesen Bohei für einen Krümel an Zusatzgeldern.
Super das es mehr gibt, aber bitte schaut euch mal den Jahresetat von Eliteunis an, und vergleicht das mit dem was Aachen jetzt über Jahre verteilt bekommt.



Und Wy. du kannst es drehen und wenden wie du willst.
Die Mehrzahl der höheren Abschlüsse bringen massiv Geld ins Land.

Das es auch kath. theologen gibt, die am Ende den Staat Geld gekostet ahben ist so.

Aber wir sind eine Gemeinschaft.
Das sind die Vorteile die wir haben.

Wenn wirs effizient machen wollen, kriegt jeder nen Job zugelost.
Und wer keinen Job abbekommt wird ermordet.

Und es geht nciht um "genug Maschis produzieren".
Es geht darum genügend Menschen in Deutschland die Möglichkeit zu geben etwas zu lernen, das dieses Land dringend braucht.

Unsere Wirtschaft könnte seit Jahrzehnten mehr erwirtschaften, wenn wir vor 20 Jahren das BaföG angepasst hätten.

Aber statt dessen, wird die Hürde die bewiesenermaßen schon zu hoch ist noch mehr erhöht.

Und das bezahlen wir alle.

Ich habe meine Situation nur mal als Beispiel gebracht.

Das mein Lebenslauf nicht der geradeste ist, weiß ich.
Darum bezahle ich ja auch alles ohne Kredite und BaföG.
Aber ich werde Ihn nicht genauer analysieren hier =)
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Beitragvon Miss*Sunflower » 06.06.08 18:42

Eshmael hat geschrieben:Naja.. 163 ist nicht die Hälfte von 250.


Du hast ja auch den Strom außen vor gelassen. Wenn du die Kosten hinzufügst bist du wohl nahe an der Hälfte. Ach ja, und das Internet auch noch, das gibts hier mit mehr Geschwindigkeit und fast für lau (s.o.). Wenn du das alles dazu rechnest, dann hast du definitiv die Hälfte gespart.

Eshmael hat geschrieben:Wenn ihr sagt es geht wesentlich weniger, dann gibt es 2 möglichkeiten: Entweder betrügt ihr euch bei euren Rechnungen selber (und vergesst was ihr so noch zugesteckt bekommt, oder theoretisiert hier nur rum, weil Mama/Papa alles zahlen immo und 100% vom Job bei euch beliben), oder ihr lebt problemlos unter Sozialhilfeniveau und könnt davon noch Sccipte und Bücher kaufen.


Zu der 1. Sache kann ich von mir nur sagen: nein! Weder betrüge ich, noch bekomm ich wirklich was von meiner Mutter. Das einzige was sie zahlt ist die Wohnung und das vom Kindergeld.
Wenn ich daran zurück denke, wie ich im ersten Jahr (ohne Job) gelebt habe kann ich nur sagen, dass ich mit wenig Geld gut klar kam. Ich hatte halt nur das Handy als Fixkosten (glaub ich), habe einen mittleren Bafög-Satz bekommen und kam gut über die Runden. Ich konnte sogar sparen! Du sagst Harz IV ist fast 600€im Monat? Ich komm definitiv mit weniger aus (und das obwohl ich mitterweile mehr Fixkosten habe als zu Beginn des Studiums)! Ich denke, wenn man wirklich Interesse daran hat, dann geht das auch! Man muss dann eben die Konzequenzen ziehen mit weniger (also kleinere Wohnung, nicht immer die teuersten Lebensmittel etc.) klar kommen, aber ich denke das ist gar kein Problem.

Ich will dich damit auch nicht überzeugen, ins Wohnheim zu gehen oder gar deinen Lebensstandard zu ändern, aber ich will damit sagen, dass du deine Kosten absolut nicht pauschal machen kannst für den 0815-Studenten. Du siehst hier ja, dass viele mit deiner Kostenaufstellung anecken und eben nicht die 700€ zum Leben brauchen.
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Beitragvon kb » 06.06.08 19:01

richtig.
Außerdem gibt es Burschenschaften oder kleine Zimmer in WG's (kann man ja auch selbst gründen), die i.d.R. ebenfalls sehr günstig ausfallen. Handy muss man nicht haben, und beim richtig Stromsparen tun sich die meisten Leute auch schwer. Aber naja, wie gesagt, sowas ist schwer zu bekommen...
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Beitragvon Eshmael » 06.06.08 22:41

Ich habe ja bei meinen Kosten ganz klar gesagt, das meine Situation außergewöhnlich ist, weil ich kein Bafög kriege (das du bekommst) kein Kindergeld (was du bekommst) keine Wohnung bezahlt bekomme, oder ins Wohnheim kann (was du beides hast).

Das leigt natürlich sehr stark daran, wie mein Lebenslauf ist.

Aber Kindergeld (1xx je nachdem das wievielte man ist) + Wohnung (163) + BaföG (250 mittlerer Satz) = 520+x
Wer lebt da nun ohne Job mit weniger?
Und Harzt 4 bekommt man 364 + Wohnung.
Also 527 bei einer 163 Euro teuren Wohnung mit WW.

Zudem kannst du die Studiengebühren über die NRWBank laufen lassen und hast eine Kappungsgrenze.


Der springende Punkt ist:
Die Studiengebühren sind ein winziger Tropfen auf den heissen Stein, vor allem wenn man den Verwaltungsaufwand hinzurechnet.
Wenn man nun bedenkt, das gerade mal 50% wirklcih genutzt werden können, weil der Rest wegen ausfall und unsicherer Justizlage zum Schutz des Landes zurückgehalten werden muss, frage ich mich:

Ist diese Kleinigkeit an finanziellem Mehr die Kosten von erhöhten Abbruchquoten, weniger Studenten, größere Schere zwischen arm und reich wert?

Meiner Meinung nach nicht.
Es gibt bessere Möglichkeiten.
Wir müssen generell viel mehr Steuergelder in die Bildung setzen, wenn wir nicht auf lange Sicht den Anschluss verlieren wollen.

Finnland und Schweden haben es vorgemacht. Alle kleineren, rohstoffarmen Länder zeigen es uns.
Doch wir leiden unter Braindrain, und glauben uns wegen unserer jetzigen Situation das erlauben zu können.

Es wird nur getestet, aber nicht korrigiert.

Lösungen, wo das Geld herkommen kann, weil die aktuellen Regelungen sinnlos und konträr zu ihren Intentionen sind habe ich bereits gegeben.
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