Workload Bachelor - Was hat man sich dabei gedacht?

Allgemeines rund um's Informatikstudium an der RWTH Aachen
[StuBe] Mails aus dem Verteiler der Studienberatung Informatik

Workload Bachelor - Was hat man sich dabei gedacht?

Beitragvon Commo » 26.03.08 21:21

Hallo,

ich hab mir mal überlegt mein Studium zeitlich zu planen, z.B. so und so viel Stunden pro Woche für ein Fach mit 2 Creditspoints, so und so viel mit 4...
Als geeignetes Maß, dachte ich mir, nehme ich einfach die Angaben zum Workload aus der BPO! Finde nur etwas seltsam, was ich da für Tagesarbeitszeiten herausbekomme! Kennt sich jemand damit aus, wie das gedacht ist??

Mal ein Beispiel fürs 3. Semester

[quote=BPO]
Anwendungsfach: Grundlagen der Biochemie 4 Credits (60,60)
Anwendungsfach: Methodologie der Medizin 2 Credits (30,30)
Berechenbarkeit und Komplexität: 6 Credits (75/105)
Hardwarenahes Programmieren: 4 Credits (30/90)
Numerik: 6 Credits (75/105)
Systemprogrammierung: 8 Credits (75/105)
[/quote]

Die Angaben in den Klammern sind als Tupel (Workload in Stunden in Präsenz, Workload in Stunden in Eigenarbeit) zu verstehen. Bei den Anwendungsfächern hab ich mit 50%/50% keine offiziellen Angaben genommen, aber der Rest ist aus der BPO. Auffallend ist aber, dass die Summe der Workloads geteilt durch die Creditanzahl immer auf eine Arbeitszeit von 30h pro Credit kommt.

Unabhängig von der exakten Aufteilung der Nebenfächer kann man dann ja so rechnen:

30 Credits im Semester mal 30h = 900h Workload. Nun haben meine letzten drei Semester nachweislich im Schnitt ca. 14 Wochen Vorlesungszeit gehabt... Macht also eine ca. 64,29 Stunden-Woche oder verteilt auf 5 Arbeitstage 12,8 Stunden pro Tag.

Ist das nicht etwas zu viel? Wer arbeitet schon 13 Stunden am Tag? 8 Stunden sind doch in der Realität üblich.

Nun hatte das letzte Semester insgesamt 21 Wochen... das wäre dann eine 42h Woche, also eine 8.5h Woche. Mal abgesehen davon, dass das völlig utopisch ist, weil man am Ende des Semesters ja teilweise nicht arbeitet, weil die Klausuren schon vorbei sind, kommt man immernoch nicht auf 8 Stunden, sondern mehr.

Werden wir einfach nur gequält oder welche Logik steckt da hinter? Weiß vielleicht jemand, der für die BPO verantwortlich ist, darüber Bescheid? FSMPI oder so??

Naja und vor Allem gibt es sonst irgendwen, der sein Studium mal so strikt planen wollte und hat da irgendwelche Erfahrungswerte, die gut für einen sind. Z.B. Für eine V6 4h die Woche nacharbeiten oder so. Würd mich mal interessieren, wieviel man so die Woche über lernen sollte um kein schlechtes Gewissen zu kriegen.
Commo
 
Beiträge: 380
Registriert: 12.07.06 21:45

Re: Workload Bachelor - Was hat man sich dabei gedacht?

Beitragvon Miss*Sunflower » 26.03.08 22:00

Commo hat geschrieben:Ist das nicht etwas zu viel? Wer arbeitet schon 13 Stunden am Tag? 8 Stunden sind doch in der Realität üblich.


Das ist vielleicht bei klaren Schichten wie Wechselschicht in Werken so, aber bei Büro-Arbeit und co nicht mehr. Stell dich darauf ein, dass du später mehr arbeiten wirst in deinem Job(ist ja heute schon so, die 42-45 Std. woche ist da keine seltenheit mehr) . Muss natürlich nicht immer so sein, aber ist es in den meisten Fällen doch. Außerdem wird dein Studium als Vollzeitjob angesehen. Leider musst du da aber nicht nur hin, wie zur Arbeit, sondern die Arbeit noch mit nach Hause nehmen und dort weiter arbeiten. :-/

Ich weiß nicht, in wie fern du den Wochenaufwand mit den Credits berechnen kannst. Wir als Diplomer haben sowas ja nicht. Aber du solltest vielleicht einfach mal sagen, welche Fächer du hören willst und wir können dir einen ungefähren Arbeitsaufwand nennen. (Ok, ich geb zu, ich hab im semester weniger getan, dafür dann immer am Ende durchgearbeitet, aber wenn du im Semester was tust bist du deutlich besser dran als ich ;) )

Du solltest im Semester in der Woche mal die VL nacharbeiten (wenn du das jede Woche machst, brauchst du da ne halbe bis eine Std. für). Ebenso ist es empfehlenswert die Übungen zu machen. Naja, sich daran zu halten ist aber immer die andere Sache. Ich versuch es jedes Semester aufs neue, schaff es dann aber doch nciht in alle Fächern. Aber wie gesagt, wenn du am WE oder halt nach der VL alles nochmal durch gehst und ggf. direkt schon zusammenfasst, dann haste dir die Nachbearbeitungszeit quasi gespart am Ende des Semesters, musst nochmal kurz wiederholen und dann nur noch Aufgaben rechnen.
"Esst mehr Gemüse!"
Benutzeravatar
Miss*Sunflower
 
Beiträge: 1645
Registriert: 11.09.05 17:04
Wohnort: Aachen
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: fertig
Anwendungsfach: Psycho

Beitragvon Jens F » 26.03.08 22:44

Tja was haben wir uns dabei gedacht ;)

Erstmal ist deine Rechnung nicht ganz korrekt, da der Eigenanteil natürlich auch das Lernen für die jeweilige Prüfung mitbeinhaltet und daher in die Vorlesungsfreiezeit fällt.
Insgesamt ist der ganze Kram so ausgelegt, das man auf eine 40h Woche kommt und das ist defakto die untere Grenze, was im Studium so üblich ist.

Aber wo kommen die Creditzahlen überhaupt her. Die 30Credits pro Semester sind von der Akkreditierungsagentur vorgeben oder besser noch von der Kultusministerkonferenz, da dies international so üblich ist.

Insgesamt sind die Zeiten auf den Durchschnittsstudi ausgelegt und die Inhalte orientieren sich an den Credits.

Falls mehr Info gewünscht ist, lasst es mich oder die Fachschaft wissen.
alter Sack der Fachschaft I/1 ,
Prüfungsausschuss Informatik 2004 bis 2007,
Studentischer Planer Bachelor/Master Studiengänge

Neun von zehn Stimmen in meinen Kopf sagen ich bin nicht verrückt. Die andere summt die Melodie von Tetris...
Jens F
 
Beiträge: 125
Registriert: 08.03.07 14:32
Wohnort: Aachen

Beitragvon oxygen » 26.03.08 23:07

Ich denke auch, dass die genannten Zahlen in der Regel eher dem Worst-Case als dem Durchschnitt entsprechen.
Außerdem habe ich den Eindruck, dass die gennanten Creditszahlen ziemlich aus der Luft gegriffen sind. Ich weiß nicht, ob sie für die Bachlor was an Systemprogrammierung geändert haben, aber dafür mehr Credits als für Numerik oder BuK?! Während Diffnum/Numerik bei den Diplomer soweit ich weiß das Fach mit der höchsten Exmatrikulationsquote war, konnte man SysPro locker mit 3 Tagen lernen bestehen. Hm.
oxygen
 
Beiträge: 1054
Registriert: 16.12.05 23:05
Wohnort: Bergheim
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: fertig
Anwendungsfach: Medizin

Beitragvon mirko » 27.03.08 08:34

Jens F hat geschrieben:Tja was haben wir uns dabei gedacht ;)

Erstmal ist deine Rechnung nicht ganz korrekt, da der Eigenanteil natürlich auch das Lernen für die jeweilige Prüfung mitbeinhaltet und daher in die Vorlesungsfreiezeit fällt.


da komme ich dann (wenn ich mich nicht vertan habe) auf 21 wochen vom tag der einführungsveranstaltungen bis zum tag der letzten klausur, feiertage und ferien nicht abgezogen (ws07/08 ). macht im mittel 42,86h pro woche.

da diese zahlen nichts mit der realität zu tun haben, ist mir das aber auch relativ egal :P - in manchen fächern kommt man mit der angegebenen zeit überhaupt nicht hin, in anderen ist man dafür umso schneller. das liegt zum einen daran, was der jeweilige prof (bzw. dessen assi) erwartet und wie einem das fach liegt.

ein ganz anderes thema ist meiner meinung nach die frage, WAS ich zur prüfungsvorbereitung tun muss. da gibt es gelegentlich große gegensätze zwischen dem, was ich für die zulassung tun muss und zu dem, was ich für die prüfung tun muss. naja, auch daran habe ich mich gewöhnt :P

commo hat geschrieben:Wer arbeitet schon 13 Stunden am Tag? 8 Stunden sind doch in der Realität üblich.


dir kann ich nur empfehlen, dich im öffentlichen dienst, oder meinetwegen noch in nem großunternehmen, in dem die gewerkschaft die stempeluhren prüft, zu bewerben - aber bewerb dich lieber nicht in nem mittelständischen unternehmen. (nicht, dass dein bild von der schönen heilen welt kaputt geht...)
mirko
 
Beiträge: 1032
Registriert: 22.10.06 18:33
Studiert seit: WS 12/13

Beitragvon Martin » 27.03.08 11:52

mirko hat geschrieben:da diese zahlen nichts mit der realität zu tun haben, ist mir das aber auch relativ egal :P - in manchen fächern kommt man mit der angegebenen zeit überhaupt nicht hin, in anderen ist man dafür umso schneller. das liegt zum einen daran, was der jeweilige prof (bzw. dessen assi) erwartet und wie einem das fach liegt.


Um zu überprüfen, ob die zugeteilten ECTS einigermassen realistisch sind, gibt es StOEHn. Die Informatik Bachelor dürfen glaub ich nächstes oder übernächstes Semester auch dran teilnehmen.
Martin
10100111001
 
Beiträge: 1932
Registriert: 09.09.05 17:47
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: fertig
Anwendungsfach: BWL

Beitragvon Daniel » 27.03.08 13:18

wo hast du dir die zahlen denn hergeholt, falls nicht vom ModulIT, dann nimm die von dort: http://www.campus.rwth-aachen.de/rwth/a ... B7D26C518A

Zwar hat sich nicht viel geändert aber einige wenige Credits und Aufteilungen sind nochmal überarbeitet worden
Benutzeravatar
Daniel
Moderator
 
Beiträge: 960
Registriert: 11.09.05 12:58
Wohnort: Aachen
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: SS 06
Anwendungsfach: BWL

Beitragvon mirko » 27.03.08 20:56

mister_nu hat geschrieben:
mirko hat geschrieben:da diese zahlen nichts mit der realität zu tun haben, ist mir das aber auch relativ egal :P - in manchen fächern kommt man mit der angegebenen zeit überhaupt nicht hin, in anderen ist man dafür umso schneller. das liegt zum einen daran, was der jeweilige prof (bzw. dessen assi) erwartet und wie einem das fach liegt.


Um zu überprüfen, ob die zugeteilten ECTS einigermassen realistisch sind, gibt es StOEHn. Die Informatik Bachelor dürfen glaub ich nächstes oder übernächstes Semester auch dran teilnehmen.


das habe ich auch schon mitbekommen - mag auch eine schöne sache für die kommenden semester sein - uns bringt es aber etwa 0 +/- epsilon...
mirko
 
Beiträge: 1032
Registriert: 22.10.06 18:33
Studiert seit: WS 12/13

Beitragvon mirko » 27.03.08 21:01

Daniel hat geschrieben:wo hast du dir die zahlen denn hergeholt, falls nicht vom ModulIT, dann nimm die von dort: http://www.campus.rwth-aachen.de/rwth/a ... B7D26C518A


hm... und was hat es dann mit den credits in der "Bescheinigung über erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen", die man sich im co ausdruckken kann, auf sich?
mirko
 
Beiträge: 1032
Registriert: 22.10.06 18:33
Studiert seit: WS 12/13

Beitragvon Commo » 28.03.08 00:17

Umso utopischer sind die Zahlen, wenn man bedenkt, dass manche Klausuren am ersten Ferientag geschrieben werden! (Numerik...) Da sinds nun wirklich 14-15 Wochen gewesen. Ich lass mir das bei der Fachschaft lieber nochmal vorrechnen.
Commo
 
Beiträge: 380
Registriert: 12.07.06 21:45

Beitragvon Daniel » 28.03.08 11:10

mirko hat geschrieben:
Daniel hat geschrieben:wo hast du dir die zahlen denn hergeholt, falls nicht vom ModulIT, dann nimm die von dort: http://www.campus.rwth-aachen.de/rwth/a ... B7D26C518A


hm... und was hat es dann mit den credits in der "Bescheinigung über erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen", die man sich im co ausdruckken kann, auf sich?


Also eigentlich, mit einem ganz großen ABER, sollte das ZPA sich die Daten auch aus moduIT holen, so ist das jedenfalls gedacht (und das ist auch zum Großteil der Sinn des ganzen Systems). Aber ob die das wirklich schon machen ist wohl eine ganz andere Frage. Das seht ihr aber ja am besten ob es Differenzen gibt.
Benutzeravatar
Daniel
Moderator
 
Beiträge: 960
Registriert: 11.09.05 12:58
Wohnort: Aachen
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: SS 06
Anwendungsfach: BWL

Beitragvon mirko » 28.03.08 17:04

Daniel hat geschrieben:
mirko hat geschrieben:
Daniel hat geschrieben:wo hast du dir die zahlen denn hergeholt, falls nicht vom ModulIT, dann nimm die von dort: http://www.campus.rwth-aachen.de/rwth/a ... B7D26C518A


hm... und was hat es dann mit den credits in der "Bescheinigung über erbrachte Studien- und Prüfungsleistungen", die man sich im co ausdruckken kann, auf sich?


Also eigentlich, mit einem ganz großen ABER, sollte das ZPA sich die Daten auch aus moduIT holen, so ist das jedenfalls gedacht (und das ist auch zum Großteil der Sinn des ganzen Systems). Aber ob die das wirklich schon machen ist wohl eine ganz andere Frage. Das seht ihr aber ja am besten ob es Differenzen gibt.


wenn es keine differenzen gäbe, hätte ich nicht gefragt ;)

buk z.b. soll nach modulIT 5, nach co 6 credits bringen. eine automatische anpassung erfolgt also definitiv nicht - aber soviel technik hätte ich von der rwTh auch nicht erwartet :P
mirko
 
Beiträge: 1032
Registriert: 22.10.06 18:33
Studiert seit: WS 12/13

Beitragvon Daniel » 28.03.08 21:13

supi, manchmal frage ich mich wofür es dann das gute modulIT gibt wenn das zpa es einfach noch nicht nutzt...

du kannst eigentlich davon ausgehen das das stimmt was im Modul IT steht.

Bei Buk habe ich nochmal nachgesehen, also da steht auch in der BPO auf seite 18 5 Credits: http://www.rwth-aachen.de/global/show_d ... aaaaaadaiq

Was sind dir denn noch für Fehler aufgefallen? Da ich das ModulIT als Hiwi eingepflegt habe könnte ich dann auch schnell sehen ob was falsch ist und es korrigieren (denn auch nach 5 mal durchschauen können noch Fehler drin sein)
Benutzeravatar
Daniel
Moderator
 
Beiträge: 960
Registriert: 11.09.05 12:58
Wohnort: Aachen
Studiengang: Informatik (Dipl.)
Studiert seit: SS 06
Anwendungsfach: BWL

Beitragvon mirko » 29.03.08 15:16

hm - ich glaub ich hab da was verwechselt - hatte unter deinem link nur die bpo angeguckt und da stehen 5 credits :P - aber ich nehme mal an, mit modulIT meinst du die links unter "Prüfungsordnungsteile", ja? da stehen bei buk 6 credits. dann gibt es also nur einen unterschied zwischen modulIT und bpo...

edit: was aber trotzdem merkwürdig ist: ich habe in der bescheinigung 4 credits für die alte TI, 1.5 für EGI(V) und 3 für EGI(P) - laut modulIT bekommt man für das modul TI 7 credits (bonus=workload), für die prüfung 4 bonus (bei 7 workload für übung und vl) und für das egi-praktikum 3 (bonus=workload)

ich habe also für das ti/egi-gedöne insg 8,5 credits, die summe der module sind 10, die summe der prüfungen 7 :oO:
mirko
 
Beiträge: 1032
Registriert: 22.10.06 18:33
Studiert seit: WS 12/13

Beitragvon Jens F » 29.03.08 17:21

@commo:

Es wird mit den Zahlen nie perfekt sein, und wann eine Klausur geschrieben wird, ist ziemlich heikel.

Nicht nur steht es dem Dozenten frei, sonder sie muss auch noch mit allen anderen Klausuren dieses Semesters und idealerweiser aller Klausuren aus dem um ein Jahr verschobenen in ein Klang gebracht werden.

Außerdem gibt es auch noch einen zweiten Prüfungszeitraum, für den man da noch mal lernen kann, falls man muss.
Außerdem steht es dir so ziemlich frei, wann du welche Klausur schreibst. Es zwingt dich niemand direkt die erste Klausur im Semester mitzuschreiben.
alter Sack der Fachschaft I/1 ,
Prüfungsausschuss Informatik 2004 bis 2007,
Studentischer Planer Bachelor/Master Studiengänge

Neun von zehn Stimmen in meinen Kopf sagen ich bin nicht verrückt. Die andere summt die Melodie von Tetris...
Jens F
 
Beiträge: 125
Registriert: 08.03.07 14:32
Wohnort: Aachen

Nächste

Zurück zu Allgemeines